Jäger im Landkreis Dachau erhalten zehn Euro pro erlegtem Tier

Abschussprämie für Wildschweine

Landkreis - Es gibt viele Wildschweine im Landkreis. Und die richten einen beträchtlichen Schaden an. Jäger erhalten von nun an zehn Euro pro erlegtem Tier. Mit der Abschussprämie sollen die Schwarzwildpopulation reguliert und die Jäger entlastet werden.

Es passiert immer öfter: Mitten auf der Fahrbahn taucht wie aus dem Nichts ein Wildschwein auf, der Autofahrer kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, es kommt zur Kollision. Gerade die Unfälle mit Schwarzwild sind schadensträchtig und gefährlich, können die Tiere doch deutlich über 100 Kilogramm wiegen. Aber auch in der Landwirtschaft verursachen Wildschweine regelmäßig schwere Schäden, fressen Feldfrüchte oder durchwühlen Getreidefelder. Deshalb soll die Wildschweinpopulation reduziert werden. 

Der Dachauer Jagdschutz- und Jägerverein sowie der Bauernverband haben beim Landratsamt eine Bezuschussung pro erlegtem Wildschwein beantragt. Zehn Euro für jedes Tier sollen die Jäger erhalten, um nicht mit den entstehenden Kosten beispielsweise für die notwendige Untersuchung auf Trichinen, also Fadenwürmer, allein gelassen zu werden. Die Verwaltung schlug dem Kreisausschuss am Freitag vor, diesem Antrag nachzukommen.

 Allerdings solle die Auszahlung an folgende Bedingungen geknüpft werden: Das Schwarzwild muss in einem Jagdrevier im Landkreis Dachau geschossen worden sein, antragsberechtigt ist ausschließlich der zuständige Revierinhaber, und das Wildschwein muss verwertbar und in einer zugelassenen Trichinenuntersuchungsstelle untersucht worden sein. 

Der Kreisausschuss war sich aber in der Diskussion zunächst nicht einig. Ob das Landratsamt hier der richtige Ansprechpartner sei, fragte beispielsweise Freie-Wähler-Kreisrat Franz Eichinger aus Weichs. Auch der Haimhauser Bürgermeister und CSU-Kreisrat Peter Felbermeier, der sich und seine Parteikollegen übrigens humorvoll als „Schwarzwild“ bezeichnete, sah hier keine Landkreis-Aufgabe. „Das ist doch eine Frage des Hobbys. Jedes Hobby kostet etwas.“ Es müssten nur die richtigen Ideen her, zum Beispiel Treib- oder Drückjagden, um Anreize für Jäger zum Wildschweinabschuss zu schaffen. „Ich kann die Aufgabe der Öffentlichkeit hier nicht nachvollziehen. Das ist doch eine Aufgabe der Jäger“, sagte er. 

„Wenn wir es nicht machen, macht es keiner“, antwortete Landrat Stefan Löwl. „Es gibt dafür keine staatliche Stelle.“ Zudem gehe es ja um eine überschaubare Summe (siehe Kasten). CSU-Fraktionsführer Wolfgang Offenbeck argumentierte: „Wenn wir einen schweren Verkehrsunfall weniger haben, reden wir nicht mehr über die Summe, über die wir gerade diskutieren.“ Dieser Aspekt schien die skeptischen Kreisausschussmitglieder zu überzeugen. 

Schließlich beschloss das Gremium einstimmig, den Zuschuss für die Jagdjahre 2016/17 sowie 2017/18 zu gewähren. Dann soll geprüft werden, ob sich die Unterstützung bei den Abschusszahlen bemerkbar gemacht hat.

Conny Kirmaier

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