65. Jahrestag der Befreiung: Bundespräsident Horst Köhler legte am Sonntag in der KZ-Gedenkstätte Dachau einen Kranz nieder. Foto: Hollenz

65. Jahrestag der Befreiung:

Köhler und 600 ehemalige Häftlinge in Dachau

Dachau - Zum ersten Mal war ein deutscher Bundespräsident zu einem offiziellen Anlass in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Horst Köhler kam am Sonntag zum 65. Jahrestag der Befreiung – und mit ihm rund 600 ehemalige Häftlinge.

An diese Menschen richtete der Bundespräsident richtete seinen Dank – für die wertvolle Erinnerungsarbeit. „Sie haben in all den Jahren nie Rache und Vergeltung das Wort geredet, sondern immer Zeichen der Versöhnung gesetzt.“ Köhler würdigte insbesondere das unermüdliche Wirken Max Mannheimers.

An der Gedenkfeier nahmen ehemalige KZ-Häftlinge aus mehr als 20 Nationen teil. Insgesamt waren in etwa 600 ehemalige KZ-Insassen und ihre Angehörigen sowie mehrere tausend Gäste gekommen. Darunter war auch der ehemalige US-Botschafter Alan Lukens, der im April 1945 bei der Befreiung des KZ Dachau als Soldat dabei gewesen war. „Es war ein Schock für uns, diese Leidenden zu sehen“, erinnerte sich der ehemalige Soldat. „Doch dann haben wir gesehen, wie sie sich freuen, dass wir da sind. Das war ergreifend!“

Das Lager Dachau wurde schon wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten für politische Häftlinge errichtet. Es diente als Modell für alle späteren Konzentrationslager. Vom 22. März 1933 bis 29. April 1945 wurden in Dachau mehr als 43 000 Häftlinge ermordet.

Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass dieser Verbrechen für immer erinnert werden muss. Max Mannheimer: „Das Vermächtnis der ehemaligen Häftlinge und die Hoffnung, dieses düstere Kapitel der zwölfjährigen Diktatur stets in Erinnerung zu behalten, kann eine Wiederholung der Diktatur in Deutschland möglicherweise verhindern.“ (mm)

Auch interessant

Kommentare