Freude bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): zweiter Vorsitzender Anton Haas, Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Bürgermeister Michael Reindl und Notar Dr. Johann Mayr. Foto: kn

Jetzt ist viel Eigenleistung gefragt

Unterweikertshofen - Große Freude beim Schulhausverein: Nach langen schwierigen Verhandlungen unterzeichneten der Vorsitzende des Weikertshofer Schulhaus Vereins und Erdwegs Bürgermeister Michael Reindl den Erbbaurechtsvertrag über das ehemalige Schulhaus.

Darin wird dem Verein das Erbbaurecht über 40 Jahre zu einem Pachtzins von jährlich einem Euro gewährt. Dafür verpflichtet sich der Verein, das unter Denkmalschutz stehende Schulhaus Unterweikertshofen in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden zu sanieren und der Dorfbevölkerung für eine sinnvolle Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Das Erdgeschoss soll als Wirtshaus mit Küche, Lagerkühlraum und Wirtsstube aus- und umgebaut werden. Im Dachgeschoss sind Gruppenräume und eventuell ein kleiner Räuber-Kneißl-Erinnerungs-Raum geplant. Schließlich ging dieser berühmte Sohn des Dorfes hier fünf Jahre lang zur Schule.

Aber auch viele Unterweikertshofer, die in der jetzigen Wirtsstube noch die Schulbank drückten und die damit ein gehöriges Stück Erinnerung verbinden, sind froh, dass das Schulhaus dem Dorf erhalten bleibt und nicht der Abrissbirne zum Opfer fällt.

Das im Gräflich von Hundt’schen Besitz befindliche Haus wurde nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1804 der Gemeinde Unterweikertshofen kostenlos zur Verfügung gestellt und 1939 geschenkt. Als Schulgebäude mit selbständig geführter Schule diente es bis zur Eröffnung der Volksschule Erdweg im September 1968.

Heute kümmert sich bemerkenswerterweise ein direkter Nachfahre eben jener Grafen um den Erhalt dieses Hauses als Vorsitzender des Schulhausvereins. „Jetzt gilt es, die nötigen Fördermittel zu beschaffen, und dann kann es los gehen“, so Graf von Hundt. „Aber ohne sehr viel Eigenleistung und Engagement der mittlerweile 240 Vereinsmitglieder geht es nicht.“

Bürgermeister Michael Reindl erhofft sich von dem Vertragsabschluss eine gewisse Signalwirkung hinsichtlich der übrigen sanierungsbedürftigen, denkmalgeschützten Gebäude der Gemeinde: „Wir betreten zwar Neuland, aber es ist der richtige Weg, wenn sich die Bürger im Zeichen leerer Gemeindekassen selbst um den Erhalt ihrer Denkmäler kümmern. Die Initiative des Schulhausvereins ist vorbildlich und wird von mir und dem Gemeinderat vorbehaltlos unterstützt. Die Generalsanierung des Hauses habe sich der Verein

als Zukunftsaufgabe in die Satzung geschrieben.

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