An der Kleinwinkelstreuanlage der Neutronenquelle: Josef Waronitza war während seiner Ausbildung auch an den wissenschaftlichen Instrumenten tätig. Foto: Wenzel Schürmann/TUM

Josef Waronitza

Dachau - Mit einer Eins vor dem Komma hat Josef Waronitza seine Mechatroniker-Ausbildung an der TU München abgeschlossen. Damit ist der 27-Jährige aus Unterumbach einer der besten in seinem Jahrgang an der Berufsschule.

Drehen, Fräsen und Elektroinstallationen - das hört sich zunächst nach den üblichen Tätigkeiten eines Mechatronikers an. Wenn Josef Waronitza allerdings von seiner Ausbildung an der Forschungs-Neutronenquelle der TU München erzählt, dann wird schnell klar, dass da mehr dahinter steckt.

Die Abwechslung an der Forschungseinrichtung in Garching reizte den Unterumbacher besonders: Seine Werkstücke reichten von sehr feinen Teilen wie einem Autofokus für die Kamera der Neutronentomographieanlage bis hin zu großen Komponenten einer Kühlwasserpumpe. „Am interessantesten fand ich die Mitarbeit an dem wissenschaftlichen Instrument PANDA“, sagt Waronitza. Hier baute er zusammen mit einem Ingenieur und einer Wissenschaftlerin das Drei-Achsen-Spektrometer um, das mit Neutronen zum Beispiel neue Materialien für die verlustfreie Leitung von Strom misst. Dank einiger früherer Semester Maschinenbaustudiums an der FH Augsburg konnte Josef Waronitza auch Bauteile in CAD simulieren, das heißt unter Verwendung eines Computers als Hilfsmittel beim technischen Zeichnen.

Sein ausgezeichnetes Prüfungsergebnis hat Josef Waronitza auf einem kleinen gelben Post-it-Zettel seinem Ausbilder Dr. Anton Kastenmüller an der Forschungs-Neutronenquelle FRM II mitgeteilt: „Schnitt Berufsschule 1,17“. Weil der Mechatroniker-Lehrling die Prüfungen an der Industrie- und Handelskammer ebenfalls mit einer Eins vor dem Komma abschloss, zählt er nun zu den besten Auszubildenden der Technischen Universität München und der Fertigungstechnik-Berufsschule in München. Die TU ehrte den Azubi mit einem Geldpreis, von der Berufsschule erhielt er ein Buch.

Auf die Ausbildungsmöglichkeit am FRM II war Josef Waronitza eher zufällig auf einer Jobmesse aufmerksam geworden. Er bewarb sich und bekam im Jahr 2008 die Zusage.

Die Mechatroniker-Ausbildung an der Forschungs-Neutronenquelle der TU München ist mehrstufig: Uwe Stiegel betreute den angehenden Mechatroniker in der Werkstatt, Max Panradl im Elektroniklabor und Josef Pöllner vom TUM-Lehrstuhl für Maschinenelemente lehrte Waronitza ebenfalls die Elektrotechnik. Sein Gesellenstück war ein neuer Schaltschrank für die Abwasseranlage am Atom-Ei.

Nach der Ausbildung bleibt Josef Waronitza der Neutronenquelle treu. Der Unterumbacher ist seit Anfang Juli im Technischen Dienst beschäftigt, wo er sich um die atomrechtlich vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfungen und die Wartung und Instandhaltung der Anlagen kümmert. Nebenbei wird er noch einmal die Schulbank drücken - bei einer Weiterbildung zum Techniker. Baldmöglichst möchte Josef Waronitza selbst Auszubildende zum Mechatroniker am FRM II betreuen.

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