Kaminkehrer schuldig gesprochen

Dachau/Haimhausen - Nach fast vier Monaten sprach Richterin Petra Nolte nun endlich ein Urteil: Der Kaminkehrer Hans F. wurde der fahrlässigen Brandstiftung schuldig gesprochen und muss nun eine ordentlich Geldsumme zahlen.

Ein paar Monate bevor Hans F. (Name geändert) in Rente ging, baute er einer Pächterin in Haimhausen provisorisch einen Ofen ein (wir haben berichtet). Obwohl er die Pächterin darauf hinwies, dass der Kamin noch nicht fertig isoliert sei, nahm sie den Ofen in Betrieb. Die Folge: Ende 2010 brannte es. Am Hof entstand ein Schaden in Höhe von 120 000 Euro.

Vor dem Amtsgericht Dachau wurde nun verhandelt, wer die Schuld an dem Feuer trägt. „Ich habe meinem Nachfolger einen Vermerk auf der Akte hinterlassen, dass die Schlussabnahme für den Ofen noch fehlt“, erklärte F. vor Gericht. Auch ist er sich sicher, der Pächterin zum Heizen kein grünes Licht gegeben zu haben, wie diese behauptet. „Es war ein Freundschaftsdienst, für den provisorischen Einbau habe ich nichts verlangt.“ Er sagte weiter: „Ich habe einfach ein Loch ausgeschnitten und den Ofen angeschlossen.“ Das Loch hatte allerdings nur einen Radius von fünf Zentimetern. Vorgeschrieben sind entweder 40 Zentimeter oder 20, wenn das Rohr zusätzlich noch isoliert wird. Die Isolierung falle allerdings nicht in den Aufgabenbereich eines Kaminkehrermeisters. „Ich hatte gar nicht das richtige Werkzeug dabei. Da ich für den Einbau nichts verlangt habe, wollte ich das Isolieren jemand anderem überlassen.“

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Die Staatsanwaltschaft sah das anders: Als Kaminkehrermeister ist F. verpflichtet, sich darum zu kümmern, ob der Ofen betriebsbereit ist oder nicht. Sie forderte eine saftige Geldstrafe in Höhe von 13 000 Euro.

Richterin Petra Nolte setzte schließlich ein wenig unterhalb an: Der 66-Jährige muss 8400 Euro bezahlen. Aber auch die Versicherung des Hofes, die bereits 75 000 Euro Schadensersatz bezahlt hat, wird Hans F. noch in Regress nehmen. Der Freundschaftsdienst kommt dem Rentner nun sehr teuer zu stehen.

Regina Peter

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