Kartelt Ihr noch oder emailt Ihr schon?

Dachau - Jedes Jahr zu Weihnachten flattern wieder Glückwunschkarten von Gemeinden in die Briefkästen. Wie teuer ist das? Und ist das noch zeitgemäß? Ein Rundruf.

Die Kreisstadt Dachau verschickt mit annähernd 50 000 Einwohnern logischerweise die meisten Weihnachtskarten: Unter 335 Weihnachtsgrüße an Elternbeiräte, Bürgermeister im Landkreis, Rektoren, Firmen und Pfarrgemeinden im gesamten Landkreis setzt Oberbürgermeister Florian Hartmann seine besten Wünsche. Damit gibt die Stadt etwa 1000 Euro dafür aus. Auch die Gemeinden Haimhausen (etwa 80 Stück), Petershausen (60), Röhrmoos (40 bis 50), Pfaffenhofen (150), Sulzemoos (150 bis 200) und Indersdorf (60) senden schriftliche Grüße auf dem Postweg an wichtige Personen oder Unternehmen sowie andere Gemeinden.

Die Karten von Bürgermeister Gerhard Hainzinger aus Sulzemoos werden hauptsächlich an die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft geschickt, da er Gemeinschaftsvorsitzender ist. Die Kosten der einzelnen Gemeinden variieren hier allerdings deutlich. Während Gemeinden wie Röhrmoos (30 Euro), Petershausen (40 Euro) oder Hebertshausen (50 Euro) fast nur die Portokosten haben, betragen die Ausgaben der Gemeinde Haimhausen mit etwa 300 Euro schon deutlich mehr. Für die Gemeinde Pfaffenhofen fallen etwa 150 Euro an, auch in Sulzemoos dürften die Zahlen ähnlich groß sein.

„Wir schicken seit Jahrzenten Weihnachtskarten. Ich finde das eine schöne Sache“, erklärt Klaus Mayershofer, Geschäftsleiter der Gemeinde Indersdorf. Er schätzt die Ausgaben für die Gmeinde auf 130 bis 150 Euro. In Vierkirchen (ca. 100) hingegen werden die meisten Karten persönlich vom Bürgermeister oder Gemeinde-Angestellten überbracht, ganz ohne den Postweg also. Hier gibt die Gemeinde etwa 250 Euro aus. Auch Bergkirchen verteilt etwa 150 Weihnachtskarten, allerdings werden hier sowohl das Motiv als auch der Text komplett selbst gestaltet, die Aufwendungen belaufen sich daher auf ein Minimum. Von den Gemeinden Schwabhausen und Erdweg werden nur ganz geringe Stückzahlen an schriftlichen Weihnachtsgrüßen verschickt, daher fällt auch hier die finanzielle Belastung kaum ins Gewicht.

Bei der Gemeinde Hebertshausen wird der Großteil der Weihnachtswünsche per E-Mail abgeschickt. „Zum einen spart das Geld, und auch die Umwelt wird dadurch weniger belastet. Deshalb haben wir uns für diesen Weg entschieden. Nur ganz wenige Glückwünsche werden per Karte verschickt“, erklärt Bürgermeister Richard Reischl.

Die Gemeinden Weichs, Hilgertshausen-Tandern und Odelzhausen verzichten komplett auf Weihnachtswünsche. „Das wurde vor einigen Jahren eingestellt. Wir sparen uns dieses Geld“, erklärt der Geschäftsleiter von Weichs, Werner Kerzel. In Hilgertshausen werde das eingesparte Geld „an einen karitativen Zweck gespendet“, so die Verwaltungsangestellte Christa Glas. Und auch die Gemeinde Odelzhausen verschickt keinerlei schriftliche Grüße auf Gemeindekosten. „Dieses Geld sparen wir uns für gemeinnützige Projekte und Organisationen“, erklärt Bürgermeister Markus Trinkl.

Altomünster und Karlsfeld wollten dazu keine Stellungnahme abgeben.

(mko)

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