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Aus und vobei: Ponyreiten ist ab 2016 Geschichte.

Aus für Schausteller

Keine Tiere mehr auf dem Volksfest

Dachau - Aus für Schaustellerbetriebe mit Tieren auf dem Dachauer Volksfest. Ab 2016 soll es keine Attraktionen wie das Ponyreiten oder ein Mäusezirkus auf dem Volksfest mehr geben.

Es hat sich ausgeritten auf dem Dachauer Volksfest: Das Ponyreiten sowie Schausteller mit Tieren im Allgemeinen sind ab 2016 Geschichte. Das beschloss der Haupt- und Finanzausschuss mit 9:6 Stimmen.

Christine Unzeitig, Elisabeth Zimmermann und Benedikt Hüller, Florian Schiller (CSU), Dr. Edgar Forster (FW) und Ingrid Sedlbauer (ÜB) stimmten für weitere Tier-Attraktionen auf dem Volksfest. Vorangegangen waren eine Petition mit über 3000 Unterschriften gegen das Ponyreiten (wir berichteten), ein Antrag der Freien Wähler auf eine Grundsatzentscheidung über Schaustellerbetriebe mit lebenden Tieren auf dem Volksfest und schließlich eine hitzige Diskussion im Ausschuss über das Wohlergehen der Tiere - vor allem der Pferde.

Robert Gasteiger (FW), Antragsteller und Volksfestreferent, erklärte: „Viele Bürger machen sich über das Ponyreiten Gedanken, da müssen wir klar Position beziehen.“ Robert Gasteigers Fraktionskollege Edgar Forster, der im Ausschuss stimmberechtigtes Mitglied ist, stellte seine eigene Position klar: Er sprach sich für das Ponyreiten aus, denn „die Betreiber, die Familie Kaiser, stünde ohne es auch ohne Einkommen da“. Und außerdem: „Das Ponyreiten ist seit über 40 Jahren Tradition und bei den Kindern schon immer sehr beliebt.“

Fragwürdig sei außerdem, ob es für Pferde so schlimm wäre, wenn sie im Kreis laufen müssen. „Die Tiere tragen sehr wohl Schäden am Skelett davon“, hielt Luise Krispenz von den Grünen dagegen. Ihr reichten die Vorgaben des Dachauer Veterinäramts nicht aus. „Zudem ist diese Tradition nun mal überholt, die Dinge ändern sich.“ Wer wisse denn schon, wie sich Pferde fühlen, versuchte Edgar Forster die Position der engagierten Tierschützerin ins Wanken zu bringen.

Dominik Härtl (CSU) und Jürgen Seidl (FDP) nahmen die Vermittlerrolle ein und forderten strengere Regelungen durch das Veterinäramt - etwa häufigere Pausen für die Pferde oder Richtungswechsel. Auf dessen Vorschriften habe die Stadt aber keinen Einfluss. Für den CSU-Mann schlug letztendlich die Entscheidung, nun auch noch einen Mäusezirkus auf das Volksfest zu holen, „dem Fass den Boden aus“. So stimmte Härtl entgegen der Fraktionsdisziplin zusammen mit Jürgen Seidl (FDP), Thomas Kreß, Luise Krispenz (beide Grüne), Christa Keimerl, Sören Schneider, Anke Drexler (alle SPD) sowie Kai Kühnel (Bündnis) gegen weitere Schausteller-Attraktionen mit Tieren auf dem Dachauer Volksfest ab 2016.

Maximilian Pichlmeier

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