Schöne Bescherung: Ibrahim Maraga mit seinem Reisepass und Papa Sabri. Michaela Reischl und Peter Felbermeier machten’s möglich. Foto: sh

Kette der helfenden Hände

Haimhausen - Die Haimhauser Gemeindeverwaltung ermöglicht einer Familie in letzter Sekunde die Reise zu den Verwandten.

Der Schock an Heiligabend saß tief bei Familie Maraga. Reisefertig standen sie am 24. Dezember um 14 Uhr an der Passkontrolle im Flughafen München, um Verwandte in Dubai zu besuchen.

Dabei stellte sich heraus, dass der Reisepass ihres Sohnes Ibrahim (10) zwar für die Reisezeit noch gültig war, allerdings nicht die vorgeschriebenen folgenden drei Monate. Eine Reise nach Dubai wäre mit diesem Dokument also nicht möglich gewesen. Damit drohte der fünfköpfigen Familie nicht nur ein großer finanzieller Verlust wegen der bereits bezahlten Flugtickets, auch der Weihnachtsurlaub mit den Verwandten war in Gefahr. Dass die Familie am Ende doch noch reisen konnte, verdankt sie der Hilfsbereitschaft der Haimhauser Gemeindeverwaltung.

Vater Sabri Maraga hatte zunächst vom Flughafen aus hektisch versucht, jemanden im Rathaus zu erreichen. Anschließend fand er über sein Internethandy die private Telefonnummer von Bürgermeister Peter Felbermeier. Dessen Sohn Sebastian nahm den Anruf entgegen, da sein Vater noch eine Runde beim Joggen war. Sebastian reagierte sofort, schnappte sich ein Handy, stieg auf seinen Roller und suchte seinen Vater. Der Junior wusste nämlich: Für Notfälle hinterlässt der Papa immer seine Laufstrecke. So konnte ihn Sebastian schnell finden.

Felbermeier rief noch vom Feldweg aus die Chefin des Einwohnermeldeamts, Michaela Reischl, an. Als diese nicht ans Telefon ging, ließ er sich von seinem Sohn auf dem Sozius des Rollers heimfahren, stieg ins Auto, um persönlich zu Michaela Reischl nach Haimhausen zu fahren.

Zur Schadensbegrenzung nahm inzwischen Sabri Maraga den gebuchten Flug mit den beiden Töchtern Hanan und Janna nach Dubai, während Gattin Suhad und Ibrahim mit dem Taxi zum Rathaus nach Haimhausen fuhren.

Bürgermeister Felbermeier traf zum Glück seine Mitarbeiterin daheim an. Sie hatte ihr Telefon nicht gehört, weil sie auf dem Dachboden den Christbaumschmuck gesucht hatte. Reischl erreichte wenig später gleichzeitig mit Suhad Maraga das Rathaus. Während sie die Dokumente vorbereitete, holte die Mutter noch geschwind ein Passbild von zuhause, und innerhalb von 20 Minuten war das Reiseersatzdokument fertig.

Zwar schafften Mutter und Sohn den gebuchten Flug nicht mehr, konnten aber für den nächsten Flug um 21.40 Uhr einchecken. So landeten sie glücklich am 25. Dezember um halb 7 Uhr morgens in Dubai. Für die Familie Maraga war dies das schönste Weihnachtsgeschenk. (sh)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

AfD tritt bei Stadtratswahl an: Zehn Kandidaten, aber nur drei Namen
Die AfD hat zehn Kandidaten für die Stadtratswahl in Dachau nominiert. Sechs von ihnen verschweigen allerdings ihre Identität. Für die Abstimmungen im Landkreis hat die …
AfD tritt bei Stadtratswahl an: Zehn Kandidaten, aber nur drei Namen

Kommentare