Ansicht von Westen: So soll die Kindertagesstätte an der Jahnstraße aussehen, Krippe inbegriffen. Grafik: D+H Architekten

Kindergarten mit oder ohne Krippe?

Schwabhausen - Ende Januar wird es sich entscheiden, ob für den geplanten Kindergarten südlich der Jahnstraße die große Lösung kommen wird oder eine abgespeckte Version.

Denn dann tagt der Finanzausschuss und wird - hinter verschlossenen Türen - ausloten, wo die Reise hingeht. Im Gespräch mit dem Bürgermeister und den beiden Architekten ergibt sich aber eine klare Tendenz.

Der Schwabhauser Gemeinderat hat sich dafür entschieden, anstelle des maroden St.-Michael-Kindergartens (Kirchenstraße) ein neues Gebäude südlich der Jahnstraße und östlich des TSV-Fußballplatzes zu errichten. Damit beauftragt wurde das örtliche Büro D+H Architekten. Dahinter stehen die Gemeinderäte und Architekten Jürgen Dölfel (UBV) und Georg Hillreiner (CSU), die seit fünf Jahren ein gemeinsames Büro betreiben. Sie hatten als erste Entscheidungsgrundlage Kostenschätzungen vorgelegt, wonach sowohl der Neubau als auch die Sanierung des alten Gebäudes rund 1,7 Millionen Euro kosten würden. Als es dann an die konkrete Planung ging, „haben wir auch eine Krippengruppe in den Vorschlag eingearbeitet, als Diskussionsgrundlage für den Gemeinderat“, betont Georg Hillreiner. Er widerspricht deshalb der Darstellung in den Dachauer Nachrichten, wonach die Kosten explodiert seien. „Wir haben auch einen Plan für einen rein dreigruppigen Kindergarten vorgelegt, wenn sich herausstellen sollte, dass die große Lösung nicht finanzierbar ist. Und diese Planung kommt genau auf die ursprünglich angesetzten Kosten von 1,7 Millionen Euro“, betont Hillreiner.

Kollege Jürgen Dölfel erläutert, wie die 2,7 Millionen Euro für die größere Lösung zustandekommen: „Wir haben ja eine vierte Gruppe für die Krippe sowie Kellerräume zusätzlich eingeplant.“ Damit sei der zu erwartenden Nachfrage Rechnung getragen worden. Jedenfalls sei bei vier Gruppen automatisch der Raumbedarf größer. So sind in einem dann nötigen Keller getrennte (Mittags-)Schlafräume für Krippe und Kindergarten geplant. Auch mehr Stauraum und Lagerräume seien dann nötig - „hier stellt sich erfahrungsgemäß heraus, dass man immer zu wenig Fläche hat“.

„Man darf bei den Kindern nicht am Platz sparen...“, findet Hillreiner, „...sondern dann lieber am Design“, ergänzt Dölfel. In den Haushaltsberatungen wird sich jetzt weisen, ob es die große Lösung werden wird. Bürgermeister Josef Baumgartner ist zuversichtlich: „Wir werden das hinbekommen, davon gehe ich aus.“ Schon im Gemeinderat hatte er für den „zukunftsweisenden“ Entwurf Partei ergriffen, ohne dass allerdings die Rede davon war, dass die Architekten auch eine abgespeckte Version vorgelegt hatten.

Zwei Millionen Euro sollen bereits in den diesjährigen Haushalt für die Baumaßnahme eingestellt werden, noch im Frühjahr soll die Ausschreibung laufen, der Baubeginn dann noch in der ersten Jahreshälfte erfolgen. Eile ist aber nicht geboten, denn in Betrieb gehen soll die neue Tagesstätte erst zu Beginn des Betreuungsjahrs 2016/17. (tor)

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