Kinderkrippe direkt neben der Feuerwehrausfahrt

Dachau - Die Stadt Dachau will in der Friedenstraße eine Kinderkrippe bauen - direkt neben der Feuerwehrausfahrt. Johann Kimm vom Landratsamt hält das für eine ganz schlechte Idee.

Kimm sagt: „Einen Standort mit mehr Lärmbelastung findet man so leicht nicht wieder.“

Im Westen verläuft die Bahnlinie, im Osten die Friedenstraße. Im Süden lärmen Autos auf der Schleißheimer Straße - zwar etwas weiter weg, aber dafür umso zahlreicher. Und im Norden grenzt direkt die Ausfahrt der Feuerwehr an. Dort fahren freilich weniger Fahrzeuge, aber die wenigen sind umso lauter: Feuerwehrfahrzeuge mit Sirenen. Mittendrin will die Stadt eine Krippe für 48 Kinder bauen. Das hat der Bauausschuss vor kurzem noch einmal bekräftigt und den Rufen nach einem Alternativstandort eine Absage erteilt.

Johann Kimm, Sachgebietsleiter für technischen Umweltschutz im Landratsamt, kann diese Entscheidung nicht verstehen: „Ich appelliere an die Stadt, dort von einer Krippe abzusehen.“ Der Grund: die Lärmbelästigung.

Laut einem Gutachten würden die Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge an der Außenfassade der Krippe Lärm von bis zu 117 dB(A) verursachen. Bei offenen oder gekippten Fenstern kämen laut Kimm 90 oder 95 dB(A) in den Zimmern an.

Für Johann Kimm steht fest: „Man muss von Schreckereignissen für die Kinder ausgehen, wenn die Feuerwehr ausrückt.“ Er sehe die gesundheitlichen Belange der Kinder gefährdet. Angesichts der Lärmbelästigung „von einer Obhut für die Kinder zu sprechen, wage ich zu bezweifeln“, sagt Kimm.

Die Mehrheit im Bauausschuss sieht das anders. August Haas (CSU) etwa, der ein Kind im Krippenalter hat, berichtete im Ausschuss: „Das Höchste für ein Kind in diesem Alter sind Hubschrauber und die Feuerwehr.“ Kimm verweist indes darauf, dass die Kinder in der Krippe auch schlafen können sollen. (flg)

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