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Eine Ausstellung trotz des Großbrandes wollen die Kleintierzüchter organisieren. Ludwig Böller (stehend) erklärte aber, dass das ganze Hab und Gut der Züchter verloren sei. 

Kleintierzuchtverein Indersdorf hat Hab und Gut verloren

Tierzüchter kämpfen nach Brand weiter

Der Großbrand im Indersdorfer Gewerbegebiet vor wenigen Wochen hat Existenzen zerstört. Auch der Kleintierzuchtverein hat alles verloren. Doch die Züchter kämpfen weiter.

Indersdorf – Der Großbrand vor wenigen Wochen in einer Lagerhalle im Indersdorfer Gewerbegebiet (wir berichteten) hat den Kleintierzuchtverein Indersdorf um sein ganzes Hab und Gut gebracht. Vor allem die vielen Käfige, die jedes Jahr für die Kleintierausstellung benötigt werden, sind dem Brand zum Opfer gefallen. „Es ist nichts Brauchbares mehr übrig geblieben“, sagte Kleintierzüchter-Chef Ludwig Böller auf der Mitgliederversammlung im Vereinslokal Hohenester.

Auch ein zwei Meter hoher Holzhase, der am Straßenrand auf die Ausstellung hinwies, verbrannte – genauso wie der Taubenschlag, den die Züchter während der Ausstellung aufstellten. Der Vereins-Chef erklärte, dass das Inventar während der Ausstellung, aber nicht in der Zeit für die Einlagerung versichert war. Der Vereine bekomme daher keinerlei Schadenersatz von einer Versicherung.

Deshalb wollte er von den Mitgliedern wissen, ob sie unter diesen Umständen auch im kommenden Herbst und in den Folgejahren wieder eine Kleintierausstellung organisieren wollen, oder ob sie künftig auf die einzige, große Veranstaltung im Vereinsjahr verzichten. Er sagte auch, dass die Ausstellung bisher nicht das große Geschäft für den Verein war: „Die Einnahmen aus der Küche und der Tombola werden nicht mehr“, sagte Böller.

Nachdem die Mitglieder ein wenig diskutierten, wurde aber deutlich, dass die benötigten Käfige für eine Ausstellung ausgeliehen werden können. Auch weitere Materialien für den Ausstellungsaufbau seien zu bekommen. Keiner der Kleintierzüchter möchte künftig auf die Kleintierschau verzichten. Es sei die einzige Möglichkeit, wo die Mitglieder ihre züchterischen Erfolge in Form von fein herausgeputzten Tieren präsentieren können.

Außerdem hoffen sie, dass einige Bürger die Ausstellung mit bis zu 300 Kaninchen, Tauben, Hühnern und Enten mitfinanzieren. „Denn eigentlich müsste allen Eltern daran gelegen sein, dass ihre Kinder wenigstens einmal im Jahr Kleintiere hautnah erleben,“ sagte ein langjähriger Züchter. Der Verein dürfe für die Ausstellung auch eine Halle des Bauhofs nutzen, das wurde Böller von der Marktgemeinde bereits mündlich zugesagt. Die 15 mal 12 Meter große Halle reiche nur für die Ausstellung. Küche und Biertischgarnituren für die Besucher hätten in einer benachbarten Halle Platz. Auch ein WC sei vorhanden.

So sprachen sich die Mitglieder einstimmig dafür aus, die neue Chance für eine Ausstellung zu nutzen. Ein Vorschlag der Küchen-Damen: Die Bewirtung der Gäste sollte sich auf Getränke sowie Kaffee und Kuchen beschränken. Böller setzt für die Ausstellung voraus, dass sich mehr Helfer für den Auf- und Abbau finden und die Arbeit nicht auf den Schultern von fünf oder sechs Leuten lastet.

Mut machte Gemeinderat Charlie Böller: Oberbayernweit würden viele Kleintierzuchtvereine Indersdorf beneiden. „Ohne Ausstellung würde was verloren gehen, was wir den Familien mit ihren Kindern schuldig sind“, so Böller.

Die Kleintier-Ausstellung

soll am Samstag und Sonntag, 18. und 19. November, stattfinden. Wer helfen möchte, kann sich bei Ludwig Böller melden (0 81 36/89 32 29 oder bei Facebook unter „Kleintierzucht Verein Markt Indersdorf“).

(ost)

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