Klimaschutz im Stadtrat nur Lippenbekenntnis?

Dachau - Stadtrat Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) wirft seinen Amtskollegen Inkonsequenz in Sachen Klimaschutz vor.

„In der öffentlichen Diskussion im Bauausschuss den CO2-Saubermann spielen und in der nichtöffentlichen Sitzung dann für Steinkohlekraftwerke stimmen. Das ist nicht glaubwürdig“, erregt sich Kühnel.

Damit spielt der Bündnis-Sprecher darauf an, dass sich die Stadt über Investitionen der Stadtwerke am Bau eines Steinkohlekraftwerks in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Kühnel: „Pro Kraftwerk werden im Jahr 4,5 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Dagegen sind die Anstrengungen bei der Gebäudesanierung teuer erkaufte Peanuts.“

Öffentlich würden sich andere Stadtratsfraktionen – Kühnel nennt CSU, SPD und Freie Wähler – zwar zum Klimaschutz bekennen. Die CSU etwa mit ihrem Antrag auf klimaneutrale Flugreisen, die SPD mit ihrer Prioritätenliste zur CO2-Gebäudesanierung, und die Freien Wähler mit ihrem Antrag auf Prüfung, ob Privatleute dazu gezwungen werden können, Solaranlagen auf ihren Dächern zu installieren. „All diese Anträge stehen im Widerspruch zur Beschlusslage im Werkausschuss“, wettert Kühnel. Dort wurde beschlossen, dass sich die Stadtwerke in nicht bekannt gegebener Höhe am Bau eines Kohlekraftwerks beteiligen.

Das Bündnis für Dachau hat jetzt bei der Stadtverwaltung beantragt, eine Bilanz aufzustellen, die folgende Fragen klärt: Wie viel CO2 entsteht anteilig durch den Neubau von Steinkohlekraftwerken mit Dachauer Beteiligung? Wie viel CO2 kann maximal durch die Optimierung aller städtischen Gebäude eingespart werden? (aku/flg)

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