Sie stellten Koki am Dienstag vor: Henriette Gössl-Kirchner (links), Ulrich Wamprechtshammer und Natalie Ortega. Foto: Zimmerly

Koki - das Frühwarnsystem bei Kindesmisshandlungen

Dachau - „Eltern lassen Kind verhungern!" Schlagzeilen wie diese mehren sich. Die koordinierende Kinderschutzstelle (Koki) soll Misshandlungen so früh wie möglich verhindern.

Bei Koki handelt es sich um eine Art Früherkennungs- und -hilfssystem. Koki wird von den Sozialpädagoginnen Henriette Gössl-Kirchner und Natalie Ortega geleitet. Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren – in dieser Zeitperiode verbleiben die Kleinen meist im rein privaten Umfeld – stehen im Fokus.

Koki installiert ein umfangreiches Netzwerk zwischen Jugendhilfe, Gesundheitshilfe (Arzt, Hebamme), Beratungsstellen, Kindergärten und Krippen und versucht frühzeitig Hilfen bereitzustellen oder zu vermitteln – wenn nötig bereits während der Schwangerschaft und dann, wenn es die Eltern auch wollen. Überdies planen Gössl-Kirchner und Ortega Hilfs- und Förderprojekte. Beispielsweise eine Gruppe für alleinerziehende Väter. Eine langfristige Beratung oder gar Therapie kann die Kinderschutzstelle jedoch nicht bieten.

Die Koki-Angebote richten sich jedoch keineswegs an Prügel-Eltern. Man müsse Infos nutzen, bevor eine Gefährdung entstanden ist, sagte der leiter des Jugendamts im Landratsamt, Ulrich Wamprechtshammer am Dienstag bei der Vorstellung. Steht einer Familie eine Wohnungsräumung ins Haus, haben Eltern hohe Schulden und wird dies dem Netzwerk bekannt, dann werden Gössl-Kirchner und Ortega zur Stelle sein. (mm)

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