UBV auf Kollisionskurs mit Dachau Agil

Schwabhausen - Die Fraktion hat im Gemeinderat den Antrag gestellt, die Mitgliedschaft bis auf weiteres ruhen zu lassen.

„Seit einem Jahr diskutieren wir über das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir sagen: Solange wir nur schimpfen, aber nichts machen, wird sich auch nichts ändern.“ Die Rede ist von Dachau Agil, denn UBV-Sprecherin Hildegard Schuster liefert gerade die Begründung dafür, dass ihre Fraktion den Antrag an den Gemeinderat gestellt hat, die Mitgliedschaft beim Regional-Entwicklungsverein auszusetzen.

Zwar solle die Gemeinde die Tür nicht zuschlagen und die Möglichkeit der Rückkehr offenhalten, wenn erwähntes Kosten-Nutzen-Verhältnis der ausgewählten Projekte wieder gegeben sei. Schuster: „Im Moment schaut es aber so aus, dass einfach nur gesagt wird: ,Für welches Projekt gibt es einen Zuschuss? Gut, das nehmen wir und stülpen es dann dem Landkreis über!‘“

Die Auswahl der Projekte orientiere sich nicht am Nutzen für den Landkreis, fügt auch Gemeinderat Dieter Lupp im Rahmen eines Pressegesprächs hinzu, zu dem die UBV eingeladen hat.

„Wir sind verpflichtet, sorgsam mit öffentlichen Geldern umzugehen“, sagt Schuster. Bei den bislang vorgesehenen Projekten im Landkreis Dachau seien „Sinn und Zweck für unsere Gemeinde und unseren Landkreis nicht erkennbar“. Deshalb soll die Gemeinde nach dem Willen der UBV-Fraktion dafür auch keine Finanzmittel zur Verfügung stellen. Logische Konsequenz sei deshalb, die Mitgliedschaft ruhen zu lassen.

So unerfreulich die Entwicklung von Dachau Agil sei, so positiv entwickle sich die Zusammenarbeit im Gemeinderat Schwabhausen, findet Hildegard Schuster. Sie und die sechs weiteren UBV-Gemeinderäte seien ja vor einem Jahr mit dem Vorsatz angetreten, das Arbeitsklima im Gremium wieder zu verbessern. „Das gelingt zwar nicht immer, aber immer öfter“, freut sie sich. Die Atmosphäre im Gremium sei jedenfalls deutlich besser geworden.

Einen großen Schwerpunkt, das wurde in dem Pressegespräch deutlich, will die UBV in den nächsten Jahren auf die Entwicklung der Seniorenarbeit in der Gemeinde legen. Diskussionsgrundlage könne das von der UBV ausgearbeitete Entwicklungskonzept sein, das auch am Wettbewerb „Kommunale Seniorenpolitik“ teilgenommen hat.

Renate Blimmel und Hildegard Schuster hätten zudem die Möglichkeit genutzt, an einem angebotenen zweimonatigen Workshop teilzunehmen. „Das hat uns viel gebracht“, so Schuster. All das sei man bereit, jetzt einzubringen.

Schritt für Schritt müsse die Wichtigkeit der Seniorenarbeit ins Bewusstsein der Gemeinde gebracht werden. Entscheidend für die Ermittlung des Bedarfs sei dabei, mit den Senioren besser ins Gespräch zu kommen. Um Berührungsängste abzubauen und Ansprechpartner zu schaffen, wird unter anderem die Schaffung eines ehrenamtlichen betriebenen Seniorenbüros vorgeschlagen, aber auch von Seniorenaktionsplätzen im öffentlichen Raum (etwa ein Großschachfeld und Ruhezonen) sowie der Ortsmitte als Treffpunkt. (tor)

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