Und sie kriegten sich doch: Christina Schäfer und Ansgar Wilk als Sophie und Bertrand. foto: ingrid koch

Hoftheater: Sophie und der verschrobene Junggeselle

Bergkirchen - Boulevard von seiner besten Seite hat das Hoftheater Bergkirchen mit der Komödie „Vier linke Hände“ auf die Bühne gebracht. Herbert Müller hat das Stück klug und köstlich inszeniert.

Was bei der Inszenierung weiter auffiel: Das raffinierte Bühnenbild von Ulrike Beckers schafft es, mit einem Handgriff in die unterschiedlichen Welten von Mann und Frau zu entführen. Müller und Beckers bringen sich zwischendrin zum Austausch der Requisiten als Bühnenarbeiter selbst ins Bild und sorgen mit ihren kurzen urkomischen Auftritten für Heiterkeit beim Publikum.

Im Kampf der Geschlechter liefern sich Christina Schäfer und Ansgar Wilk vergnügliche Wortduelle. Die schnelle Szenenfolge und die vielen Gags erfordern hohen Körpereinsatz und sprechen für die Wandlungsfähigkeit der beiden Schauspieler. Hinter der Leichtigkeit des Boulevards verbirgt sich harte Arbeit.

Bis sich der Eigenbrötler und verschrobene Junggeselle Bertrand und die quirlige, zielstrebige Sophie langsam annähern, fliegen die Fetzen. Ort der Handlung ist Paris zur Urlaubszeit. Nichts rührt sich. Sophie feiert ihren 40. Geburtstag mutterseelenallein und will ihrem Leben ein Ende setzen. Als einzige Gesprächspartnerin hört ihr Freundin Susanne am Telefon zu. Doch als der von einem Wasserschaden geplagte Bertrand, ihr Nachbar aus der unteren Wohnung, unverhofft und klitschnass bei ihr auftaucht, beschließt sie, ihr Glück noch ein letztes Mal zu versuchen, denn „zweifellos hat er etwas“.

Ein „Märchenprinz“ ist Bertrand keineswegs. Sopphie kämpft mit den Waffen einer Frau, umgarnt ihn und bekocht ihn mit exotisch scharfen Gerichten. Doch ihre Verführungskünste stoßen auf Granit. Wie er sich ziert und seine offensichtliche Angst vor Frauen und der Ehe zum Ausdruck bringt, ist äußerst amüsant. Ansgar Wilk läuft zu Höchstform auf. Als endlich der kauzige Junggeselle gesteht, dass sie ihm vom ersten Moment an gefallen hat, ist Sophie am Ziel ihrer Träume. Es muss ja nicht gleich die große Liebe sein. Zwei „linke Hände“ in Liebes- und Alltagsdingen haben sich gefunden.

Die Zuschauer genießen, wie mehrere ausverkaufte Vorstellungen des Stücks zeigen, den gelungenen Versuch, der komplizierten Beziehung zwischen Mann und Frau auf die Spur zu kommen. Die Boulevardkomödie „Vier linke Hände“ ist nach dem Zwei-Personen-Musicals „I do, I do! - das musikalische Himmelbett“, das großen Anklang gefunden hat, die zweite unterhaltsame Inszenierung im Rahmen des Mini-Abos „Pärchenkomödie“.

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