Krankenpfleger soll betrunkene 14-Jährige missbraucht haben

Dachau - Sie war erst 14 und hatte 1,84 Promille Alkohol im Blut, als sie fast bewusstlos ins Klinikum Indersdorf eingeliefert wurde. Dort soll das Mädchen von einem Pfleger missbraucht worden sein, was dieser bestreitet.

Die Anklage wirft dem heute 52-Jährigen vor, im Mai 2007 dem Mädchen während es ausnüchterte mehrfach den Finger in die Scheide gesteckt zu haben. Was in jener Nacht geschah, muss das Jugendschöffengericht Dachau klären. Wer sagt die Wahrheit?

Mit zitternden Händen und weinend sitzt der Angeklagte vor der Jury: Es sei erst sein zweiter Arbeitstag in Indersdorf gewesen. Er habe seine völlig betrunkene Patientin gewaschen und ihr die Windeln gewechselt, nachdem diese klitschnass in ihrem eigenen Urin gelegen habe. Zudem habe er ein Tampon aus dem Bett entfernt. „Ich habe nur versucht, pflegerisch alles zu geben. Ich habe keine sexuellen Gedanken gehabt“, verteidigt sich der zweifach geschiedene, fünffache Vater.

Als die 16-Jährige sagt, dass sie nur aussagen wolle, wenn der Angeklagte nicht im Raum ist, wird der Prozess ausgesetzt. Es muss nun in München verhandelt werden - in zwei Sälen. Im ersten wird die 16-Jährige sprechen, im anderen der Angeklagte das Geschehen per Videoübertragung mitverfolgen. (zim)

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