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Ein 23-Jähriger wackelte völlig betrunken auf dem Gleisbett von Karlsfeld Richtung München. Er hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut.

Lebensgefahr, Randale und "Kunstbieseln"

Dachau/Karlsfeld - Mit der Niederlage im EM-Halbfinale gegen Italien konnten sich im Kreis Dachau vier Fans nicht einfach so abfinden. Ein 23-Jähriger begab sich sogar in Lebensgefahr.

Wohl nur der Mitteilung eines aufmerksamen Zeugen sowie dem schnellen Einschreiten einer Streifenbesatzung hat ein 23-jähriger Unterschleißheimer sein Leben zu verdanken. Der völlig betrunkene junge Mann wackelte mitten auf dem Gleisbett von Karlsfeld in Richtung München, weil er sich so den kürzesten Heimweg versprach. Ein Zeuge verständigte die Polizei. Diese holte den 23-Jährigen von den Schienen.

Der junge Mann hatte nach der Niederlage der deutschen Mannschaft zum Frusttrinken begonnen und dabei sein gesamtes Bargeld in Alkohol umgewandelt, bis er letztendlich mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut die Schnapsidee mit der Bahnstrecke hatte – die zudem nicht nach Unterschleißheim geführt hätte. Nach Eingang der Mitteilung fuhren die Züge und S-Bahnen langsamer, zu größeren Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs kam es jedoch nicht. Damit auch sicher nichts mehr passieren konnte, brachte die Streife den „Pleitegeier“ nach Hause.

Offensichtlich schlecht verdaut hat auch ein 18-jähriger Dachauer die Halbfinalniederlage der DFB-Elf gegen Italien. Gegen 23.15 Uhr wurde eine Polizeistreife vom Rettungsdienst zu Hilfe in den Fritz-Müller-Weg gerufen. Der junge Mann hatte angeblich angekündigt, von der Brücke in die Amper zu springen, was sich jedoch schnell als nicht ernstzunehmende Drohung herausstellte. Während der erheblich alkoholisierte 18-Jährige im Sanka behandelt wurde, befragten die Polizisten die anwesenden Freunde, wobei sich herausstellte, dass der Dachauer aus Frust eine halbe Stunde zuvor vier Plexiglasscheiben des Einkaufswagenunterstandes des Supermarktes an der Schleißheimer Straße zertrümmert hatte.

Während der Befragung stürmte der 18-Jährige plötzlich wie von der Tarantel gestochen aus dem Rettungswagen und ging auf seine Freunde los. Anschließend wollte der junge Mann flüchten, wurde aber von den Beamten eingeholt und unter massivem körperlichen Einsatz niedergerungen, da er wild um sich schlug. Nach der Erstversorgung durch die Sanitäter kam der Wüterich in eine Arrestzelle. Ein Test am Alkomaten ergab einen Wert von mehr als zwei Promille. Den 18-Jährigen erwarten nun Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Sachbeschädigung – er hat quasi doppelt verloren.

Auch zwei 16-Jährige aus Dachau luden ihren Frust öffentlich ab: Sie entledigten sich nach dem Fußballspiel ihrer angesammelten Körperflüssigkeit an der Ladentür einer Buchhandlung in der Schleißheimer Straße. Sie versuchten dabei möglichst kunstvoll mit einem Hüftschwung die gesamte Tür zu treffen. Zu dumm, dass die Dachauer Polizei auch Zivilbeamte anlässlich der zu erwartenden Fanfeiern eingesetzt hatte und diese das Treiben beobachteten. Gegen die zwei „Kunstbiesler“ wird Ordnungswidrigkeitenanzeige erstattet, ferner wird der Geschäftsinhaber verständigt, um gegebenenfalls die Reinigung der Tür in Rechnung stellen zu können.

dn

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