Kreis-Grüne fordern Kameraüberwachung

Dachau - Anlässlich der rechtsradikalen Aktion an der Gedenkstätte Schießplatz Hebertshausen (wir berichteten) haben sich gestern die Kreis-Grünen mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet.

Darin äußern sie ihre Bestürzung darüber, „dass Dachau zum wiederholten Mal innerhalb kürzester Zeit Schauplatz rechtsradikaler Umtriebe war“. Nach länger zurückliegenden Schmierereien in der Gedenkstätte Dachau, den Drohungen gegen das Jugendzentrum „Freiraum“ und einer Kundgebung rechter Gruppierungen in diesem Frühjahr seien nun rechtsradikale Symbole an der Gedenkstätte am Schießplatz in Hebertshausen ausgelegt worden. „Keines dieser Vorkommnisse ist tolerabel, aber gerade die Schändung einer solchen Gedenkstätte durch das Anbringen von Nazi-Symbolen, egal mit welchen Materialien, ist an Geschmacklosigkeit und Dreistigkeit kaum zu überbieten“, schreibt Luise Krispenz namens des Grünen-Kreisvorstands. Jede einzelne dieser Aktionen sei Anlass genug, endlich entschiedener gegen Neonazi-Umtriebe vorzugehen. Die Häufung dieser Geschehnisse in letzter Zeit zeige jedoch, wie dringend der Handlungsbedarf sei.

Die Grünen regen daher an, „an solchen sehr sensiblen Orten“ die Installation von Kameras an: „Wir Grüne befürworten grundsätzlich keine Überwachung öffentlicher Räume, doch hier besteht die Notwendigkeit, solche Aktionen zukünftig von vornherein zu verhindern.“ Das Ganze als „Dumme-Jungen-Streich“ zu bezeichnen, spiele den Ernst der Lage „nachlässig herunter“.

Aus Sicht der Grünen sei es höchste Zeit, dass diejenigen, die auf die Verfassung einen Eid geleistet haben - also Politiker, Polizisten sowie Lehrer - sowie alle Bürger sich gemeinsam gegen die gehäuften Auftritte von rechtsradikalen Personen wehren. „Nie wieder“ bedeute nämlich auch: „Wehret den Anfängen“. dn

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