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Wohnungsleerstand wandeln: Das will die Kreis-CSU mit einer Doktorarbeit erreichen (Symbolbild).

CSU-Kreistagsfraktion beantragt finanzielle Förderung einer umfassenden Studie

Wohnungsleerstand soll in Doktorarbeit untersucht werden

Knapp 2000 Wohnungen im Landkreis stehen leer. In einer Doktorarbeit sollen nun die Gründe dafür erforscht und Vorschläge erarbeitet werden, um den Wohnungsleerstand zu wandeln. Für die Studie, die bayernweit einmalig ist, beantragt die CSU-Fraktion im Kreistag nun eine finanzielle Förderung.

Landkreis– Die Wohnraumsituation spitzt sich seit Jahren auch im Landkreis zu. Selbst der sogenannten Mittelschicht ist es häufig nicht mehr möglich, Wohnraum zu bezahlbaren Konditionen zu mieten oder gar zu erwerben. Ein großer und wichtiger Baustein – neben der Schaffung von neuem Wohnraum durch Landkreis, Gemeinden und Privatwirtschaft – wäre es laut CSU-Fraktion im Kreistag, die im Landkreis leerstehenden Wohnungen zu nutzen. Schätzungen zufolge betrifft dies knapp 2000 Wohnungen im Landkreis. „Mittels einer auf drei Jahre angelegten Studie in Form einer Doktorarbeit sollen Themenkomplexe wie die Bestandsermittlung, das Definieren der Gründe für Nichtvermietung sowie damit verbundener Hürden und etwaige Lösungsvorschläge erarbeitet werden“, erläutert Fraktionsvorsitzende Stephanie Burgmaier den Antrag.

Die Idee zu dieser Studie hatte Bürgermeister Richard Reischl. „Ich verspreche mir einen weiteren wirkungsvollen Ansatz für die Schaffung von Wohnraum und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenlebens in einer Gemeinde“, so Reischl.

Laut Antrag der CSU biete sich mit dem Projekt die Möglichkeit, durch eine gezielte Informationskampagne aufzuklären, Hilfestellungen für Vermieter zu geben und damit Schritt für Schritt bestehenden Wohnraum für den Wohnungsmarkt zu öffnen. Die Anzahl, Gründe und Ausgangssituation der Nichtvermietungen von Wohnungen sollen über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht werden. Die Ergebnisse der Dissertation sollen den Gemeinden im Anschluss zur Verfügung gestellt werden. Etwaige Verhinderungsgründe für eine Vermietung könne man laut CSU nur beseitigen, wenn man sie identifiziert und effektive Lösungsvorschläge erarbeitet.

Reischl hat sich bei den Nachbarn in den Niederlanden über neuartige Wohnformen kundig gemacht: „Kreative Formen des Zusammenlebens, die aktive Unterstützung beim Wunsch der Verkleinerung des Wohnraumes oder die Sicherheit bei Vermietung und Mit-Bewohnung durch Haftungsübernahme von Kommunen können hierbei eine wichtige Rolle spielen.“

Auf Initiative des Dachauer Landtagsabgeordneten u Bernhard Seidenath hat der Bayerische Landtag für dieses Projekt eine Förderung von 150 000 Euro in den Staatshaushalt für 2019 eingestellt. Die fehlenden Finanzmittel sollen durch den Landkreis und die ausgewählten Gemeinden sowie die Caritas, die das Projekt begleitet, aufgebracht werden.

„Die Versorgung mit Wohnraum gehört zu den Schlüsselproblemen unseres Landkreises“, sagt Seidenath. „Deshalb habe ich die Gründung der Genossenschaft „Habt ein Herz für soziale Berufe!“ initiiert, die seit Anfang Oktober Wohnungen anmietet und an Pflegekräfte und Erzieherinnen weiter vermietet.“ Die nun von der CSU-Kreistagsfraktion angestoßene Studie untermauere diese Bemühungen wissenschaftlich. Die Hoffnung sei laut Seidenath, mit ihr in der Folge klar sagen zu können, warum Wohnungen leer stehen und unter welchen Voraussetzungen diese wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden können. „Dies sind ganz praktische Ansätze, die Wohnungsnot zu lindern“, erklärt Seidenath.  dn

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