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Ist auf dem Wasser Zuhause und besitzt zwei Papageien: Oliver Welter will für die Piraten in den Landtag.

Landtagskandidaten im Porträt: Oliver Welter (Piraten-Partei)

Vom Wasserwachtler zum Seeräuber

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Er ist auf dem Wasser zu Hause, und als Haustiere besitzt er zwei Papageien. Oliver Welter erfüllt die Klischees eines Piraten. 

Dachau – Für die Partei tritt er bei der anstehenden Landtagswahl als Direktkandidat an. Seine politische Laufbahn hat er aber bei einer anderen Partei begonnen.

Geboren wurde der heute 43-Jährige in der Nähe von Köln, doch noch in seiner Jugend führte ihn sein Weg in den Landkreis Dachau. Dort begann Welter bereits in jungen Jahren, sich beim Roten Kreuz zu engagieren. Mit 18 Jahren absolvierte er die Ausbildung zum Rettungstaucher, und nur wenige Jahre später wurde er Ortsvorsitzender der Wasserwacht Ainhofen, ein Amt, das er bis heute inne hat. Mittlerweile ist er dazu zum Kreisvorsitzenden der Wasserwacht Dachau aufgestiegen. Viel Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht mehr, wie der 43-Jährige gesteht.

Es war dieses ehrenamtliche Engagement, das Welter schließlich zur Politik brachte. Welter beschreibt sich selbst als einen Menschen, der „wenn er sich über etwas ärgert, auch versucht das zu ändern“. Und so nahm er das Angebot des früheren FDP-Ortsvorsitzenden Dr. Karl Wilhelm an, sich in der örtlichen FDP zu engagieren. Es war nur eine kurze Karriere. Als es in der Dachauer FDP zu enormen Umwälzungen kam und Welter sich auch nicht mehr mit der Bundespolitik der Partei identifizieren konnte, kehrte er ihr den Rücken.

Eine neue politische Heimat fand er schnell bei den Piraten, als die Ideen der Partei gerade erst aus den skandinavischen Ländern nach Deutschland schwappten. Welters Interesse an den Themenkomplexen der Datensicherheit und der Digitalisierung sowie sein beruflicher Hintergrund in der IT-Sicherheit brachte ihn zu der neuen Gruppierung. Zunächst nur als ganz normales Mitglied, dann half er bei Infoständen und dem Verteilen von Flyern mit.

Dass er jetzt als Direktkandidat bei der Landtagswahl aufgestellt wurde, kam auch für ihn überraschend, auch weil er zugibt: „Kommunalpolitik ist eigentlich nicht meins.“ Seine Chancen gegen die beiden etablierten Politikgrößen Bernhard Seidenath von der CSU und Martin Güll von der SPD schätzt der 43-Jährige zwar als gering ein, dennoch verspricht er: „Sollte ich in den Landtag gewählt werden, würde ich es natürlich machen.“ Viel wichtiger ist es für ihn, dass die von ihm gesammelten Stimmen auch der Liste der Piraten angerechnet werden und so vielleicht die entscheidenden Prozentpunkte zum Einzug in den Landtag beisteuern zu können.

Den Vorwurf, dass die Piraten eine Partei nur für das Thema Digitalisierung seien, will er dagegen nicht gelten lassen. Die Partei habe zu allen Themen klare Standpunkte, erklärt Welter, dennoch bestätigt auch er, dass die Piraten sich natürlich sehr stark mit den Komplexen Datenschutz und Digitalisierung befassen würden, auch weil viele Parteimitglieder aus der IT-Branche kämen. Dass man über kein Vollprogramm verfügt, muss kein Nachteil sein, wie Welter erklärt: „Wir sehen uns als Oppositionspartei, die bei unseren Kernthemen sehr viel beisteuern kann.“

Da sieht Welter in der aktuellen Politik dringenden Handlungsbedarf: „Der Überwachungswahn der CSU geht zu weit. Der Staat hat jetzt schon zu viele Daten, aber nicht genügend Personal, um diese richtig auswerten zu können.“ Das Risiko des Datenmissbrauchs sei bei so vielen gesammelten Daten immer gegeben. „Es gibt Stellschrauben, an denen man drehen kann und die weniger invasiv sind.“ Er appelliert deshalb an die Wähler: „Man sollte auch kleinen Parteien eine Stimme geben.“ Und wer aus Protest wählt, sollte sich nicht an die Alternative wenden. „Das ist das falsche Signal“, sagt Welter.

Kurze Fragen, schnelle Antworten

Leberkäs oder Gemüseauflauf?

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Wenn ich Musik höre, dann am liebsten von...

Metallica.

Wenn ich eine Zeitreise machen dürfte, dann ins Jahr...

2150 – in der Hoffnung zu lernen, welche Fehler wir nicht machen sollten.

Mein Lieblingsplatz im Landkreis ist...

Im Sommer der Karlsfelder See, im Winter das Hallenbad Indersdorf.

Glück ist...

ohne Angst um Leib und Leben in einem friedlichen Europa leben zu können.

Das wichtigste politische Anliegen in einer Twitter-Nachricht:

Friede und Sicherheit erreicht man durch die Freiheit des Einzelnen - diese zu schützen ist Aufgabe des Staates - nicht deren Abschaffung.

Zu den Porträts 

Bis zur Landtagswahl stellen wir alle Direktkandidaten aus dem Stimmkreis Dachau vor. Die Reihenfolge der Veröffentlichung erfolgt zufällig und ist kein Ausdruck einer Gewichtung.

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