Landwirte fühlen sich angeschmiert

Niederroth - Gesplittete Abwassergebühr hitzig auf Bürgerversammlung in Niederroth diskutiert.

Die Abwassergebühr, die in allen Kommunen umgestellt wird, stößt einigen Niederrothern offenbar richtig sauer auf. Gerade die Bauern seien jetzt die Angeschmierten, schimpfte nicht nur Martin Kiening. Der für sein Engagement beim Bund Deutscher Milchviehhalter in den vergangenen Monaten überregional bekannt gewordene Landwirt und ehemalige Gemeinderat erinnerte daran, „dass man uns damals gesagt hat, ,schließt’s an die Kläranlage an, wir brauchen Euer Wasser’.“ Und jetzt würden sie dafür bestraft, weil das in den Kanal eingeleitete Oberflächenwasser extra berechnet werde.

Bürgermeister Josef Kreitmeir verwies auf die höchstrichterliche Entscheidung, die den Kommunen in dieser Angelegenheit die Hände binde. Im Übrigen lasse er diese Argumente nicht gelten, denn es sei letztlich für die Berechnung der Abwassergebühr unerheblich, ob das Oberflächenwasser in den Kanal oder in einen Vorfluter, also in einen Bach oder Fluss, eingeleitet werde. Der Gemeindechef hatte einen schweren Stand in dem emotionalen Disput, es fielen Ausdrücke wie „Sauerei“ und „Vorstufe zum Kommunismus“.

Widerstand regt sich bei einigen Niederrothern – rund 50 Zuhörer waren ins Gasthaus Prummer gekommen – auch für das Neubaugebiet Pfarrpfründe westlich der Münchner Straße zwischen Weyherner Graben und Schulstraße. Warum die Straße zum Weyherner Graben nur 3,25 Meter breit geplant sei, wollte Franz Krutzlinger wissen. Er frage sich, wie Lastwagen und breite Rettungsfahrzeuge angesichts eines im Straßenverlauf vorgesehenen rechten Winkels durchkommen sollen, so der Feuerwehrkommandant.

Der nötige Kurvenradius werde schon geschaffen, erwiderte Kreitmeir. Im Übrigen sollten die Anlieger doch froh über die enge Straße sein, denn „wir brauchen nicht überall Autobahnen. Außerdem: Sagen Sie mir ein Rettungsfahrzeug, das breiter als 2,50 Meter ist.“

Das Thema war noch nicht durch, es wurde hitzig. „Ihr tut’s ja gerade so, als ob Ihr jeden Tag eine Öllieferung bekommt und ständig Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge durchfahren“, beendete Kreitmeir schließlich diese Debatte. (tor)

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