Hansjörg Christmann hat gestern ausgesagt. kn

LB-Untersuchungsausschuss: Landrat Christmann weist Schuld von sich

Dachau - Satte vier Stunden und damit drei Stunden länger als vorgesehen hat Landrat Hansjörg Christmann am Dienstag vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags ausgesagt. Er wies dabei jede Mitschuld am Milliarden-Desaster beim Kauf der Hypo Alpe Adria zurück.

Vor allem die Vertreter der Landtagsfraktionen von Freien Wählern, Grünen und SPD wollten ganz genau wissen, warum Christmann als Verwaltungsrat der Bayern LB im Mai 2007 dem Kauf der maroden Hypo Alpe Adria (HGAA) zugestimmt hatte. Das Geschäft kostet den bayerischen Steuerzahlen rund 3,7 Millionen Euro.

Christmann verwies mehrmals darauf, dass der Verwaltungsrat dem Vorstand der Bayern LB im April 2007 grünes Licht für den Kauf erteilt habe - aber nur unter dem Vorbehalt, dass insgesamt 24 ungeklärte Punkte noch geregelt werden. Im Protokoll der Verwaltungsratssitzung vom 20. April ist dieser Vorbehalt allerdings nicht vermerkt. Einen Monat später habe er dann wie alle anderen Verwaltungsräte schriftlich zugestimmt, da der Vorstand der Bayern LB erklärt habe, die Probleme seien ausgeräumt worden. Damals sei bei ihm nicht der Eindruck aufgekommen, dass ihm von Seiten des Vorstands „etwas bewusst vorenthalten wurde“, sagte Christmann. Seit seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft wisse er aber, „dass da noch Dinge waren, von denen ich nichts wusste".

Der Dachauer Landtagsabgeordnete Martin Güll (SPD), der einen Großteil der Vernehmung im verfolgte, hält es für „geradezu erschreckend, wie gutgläubig der Dachauer Landrat agiert hat“. (flg)

Auch interessant

Kommentare