Egon Scheibe war ein Leben lang für die Fliegerei im Einsatz. Sein kleines Flugzeugwerk hatte in Dachau meist zwischen 50 und 60 Mitarbeiter

Ein Leben für die Luftfahrt

Luftfahrt-Pionier Egon Scheibe aus Dachau wäre am Sonntag, 28. September, 100 Jahre alt geworden.

Luftfahrt-Pionier Egon Scheibe aus Dachau wäre am Sonntag, 28. September, 100 Jahre alt geworden.

Ein Leben für die Fliegerei. Diesen Satz kann man getrost als Titel wählen, wenn man über Egon Scheibe berichtet. Am Sonntag, 28. September, jährt sich sein Geburtstag zum hundertsten Mal. Der gebürtige Münchner besuchte das Gymnasium und studierte, an der TH München Flugzeugbau. Während des Studiums beschäftigte er sich schon Konstruktiv an den Typen Mü-4 bis Mü-13 der „Akaflieg“. Nach seinem Diplomabschluss 1933 arbeitete er bis 1935 im Rahmen der Segelflugorganisation in Bayern, 1935 bis 1937 als Flugbauführer der DVL. 1937 legte Egon Scheibe seine Flugbaumeisterprüfung ab. In den Jahren 1938 bis 1945 war er in der Flugzeugentwicklung tätig.

Nach dem Krieg erwarb der unternehmungslustige Flieger eine Baracke im einstigen Telefunkenwerk an der Dachauer Theodor-Heuss-Straße. 1951 entstand die erste Nachkriegskonstruktion Mü-13 E-Bergfalke. Über 500 Stück dieses Modells haben das Scheibe-Flugzeugwerk verlassen, das in der August-Pfaltz-Straße eine neue Bleibe fand.

Zweites Zugpferd der Firma Scheibe war der „Spatz“, ein einsitziges Segelflugzeug, das bei vielen sportlichen Konkurrenten hervorragend abgeschnitten hat. Ab 1957 verlegte sich Egon Scheibe auf die Entwicklung von Motorseglern und leistete auf diesem Gebiet Pionierarbeit, die ihm Achtung in aller Welt einbrachte.

Mit bewundernswerter Energie und viel Idealismus leitete Egon Scheibe bis ins hohe Alter seine Firma mit durchschnittlich 50 bis 60 Beschäftigten. Es war für ihn nicht immer leicht, den Betrieb über Wasser zu halten, denn es standen keinerlei staatliche Mittel zur Verfügung.

An seinem 80. Geburtstag waren insgesamt 2200 Flugzeuge dieser „Scheibe-Typen“ gebaut. Sein weiteres Ziel war vor allem die Weiterentwicklung des ein- und zweisitzigen Motorseglers. Dieses Ziel verfolgte er bis zu seinem Tod. Egon Scheibe starb zwei Tage vor seinem 89. Geburtstag. Seinen Grabstein im Dachauer Waldfriedhof schmückt ein Flugzeug. Die Produktion der Flugzeuge wurde in Dachau eingestellt. Aber die „Scheibe-Aircraft“ in Heubach baut weiterhin seinen „Falken“. Paul Brandt

Egon Scheibe

war ein Leben lang für die Fliegerei im Einsatz. Sein kleines Flugzeugwerk hatte in Dachau meist zwischen 50 und 60 Mitarbeiter

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