Auch hier war er eingesperrt: Ernest Gillen vor dem Tor des ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof. Foto: kn

Lebenslanger Kampf gegen das Vergessen

Dachau - Es waren hunderte Ausweise, die Ernest Gillen gefälscht hat. Immer und immer wieder hat er gegen das Gesetz verstoßen und sein eigenes Leben riskiert – um andere zu retten.

Er hat Plakate und Flugblätter gedruckt, erfolgslos gegen die Besatzungsherrschaft der Deutschen in Luxemburg demonstriert, Freunde und Bekannte, die sich vor den Nazis verstecken mussten, mit Lebensmitteln versorgt. So lange, bis er selbst verhaftet wurde und nach Aufenthalten in Gefängnissen und SS-Sonderlagern im Konzentrationslager Dachau landete.

Seine Geschichte ist die Geschichte eines Mannes, der für seine Überzeugungen gekämpft hat. Vor seiner Gefangenschaft, währenddessen und danach. Der Luxemburger hat das Konzentrationslager überlebt, er starb vor sechs Jahren als alter Mann. Seinen Mut hat er niemals verloren. Bis ins hohe Alter hat er weitergekämpft: gegen das Vergessen. Um an Menschen zu erinnern, die er während seiner Zeit im KZ Dachau kennenlernte und bewunderte.

Viele dieser Geschichten werden seit mehr als zehn Jahren im Dachauer Gedächtnisbuch „Namen statt Nummern“ festgehalten. Heuer kommen neben der Lebensgeschichte von Ernest Gillen wieder rund zwei dutzend Biografien dazu, die Schüler, Studenten, Privatpersonen und Historiker in den vergangenen Monaten recherchiert haben. (kwo)

Der ausführliche Bericht kann in den Dachauer Nachrichten gelesen werden.

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