Voller Gefühl und Begeisterung für Claptons Songs spielen die zehn Musiker. foto: hab

Mit der Leichtigkeit von Mister Slowhand

Dachau - Die Dachauer 8-Ball-Band bietet einen Abend voller Clapton-Songs in Erinnerung an dessen Unplugged-Album.

Sechs Grammies, zehnmal Platinum allein in den USA und Spitzenpositionen in den internationalen Charts - Eric Claptons „Unplugged“-Album aus dem Jahr 1992 zählt zu den erfolgreichsten Aufnahmen der Musikgeschichte. 20 Jahre nach der Veröffentlichung erinnert die Dachauer 8-Ball-Band mit einem aufwändigen Konzert an das Meisterwerk des Rockstars mit dem Spitznamen Slowhand.

Der Plan von Bandleader Edin Cerovac: Keine Kompromisse, die 62-minütige Liveaufnahme wird vollständig und so originalgetreu wie möglich nachgespielt. Dafür hat sich die 8-Ball-Band, bestehend aus Cerovac (Gesang, Gitarre), Renato Parussini (Gitarre), Thomas Männlein (Bass), Klaus Josef (Schlagzeug) und Werner Rothe (Percussion) tatkräftige Unterstützung eingeholt. Orange-Fizz-Pianist Simon Männlein hilft beim Projekt des Vaters mit aus, neben Martin Off (Slidegitarre), Martina Parussini und Marty Brogan (Backgroundvocals) und Sir Gerry (Mandoline, Harp, Kazoo).

Zehn Musiker, genau wie bei Claptons Aufnahme vor 20 Jahren. Der hatte in den Bray Film Studios in Windsor allerdings zwei Abende, um die Stücke einzuspielen. „Bei uns muss es auf einmal sitzen“, so Edin Cerovac. Doch der angedeutete Respekt vor Claptons Songs erweist sich als grundlos: Die zehn Künstler, wohlgemerkt allesamt Amateur-Musiker, meistern die anspruchsvollen Stücke scheinbar mühelos. Die spürbare Begeisterung der Musiker für die Clapton-Songs ist dabei eine große Hilfe.

Den ersten Teil des Abends widmen Cerovac und seine Kollegen einigen Clapton Hits, die es nicht auf das Unplugged-Album geschafft haben. Cocaine, Hoochie Coochie Man oder I Shot The Sheriff sind Klassiker, die das Publikum in der Kulturschranne schon mit den ersten Tönen zum Hüftwackeln und Mitklatschen animieren.

Dass Clapton immer noch zieht, zeigen nicht nur die horrenden Preise für seine Europatournee im nächsten Jahr. Auch in Dachau ist die Resonanz überwältigend: Schon Wochen im Voraus waren keine Karten mehr zu bekommen, am Konzertabend drängen sich die Besucher sitzend wie stehend, um zumindest einige Blicke auf die Protagonisten zu erhaschen. „Ich würde auch gern mehr von Euch sehen, aber das ist leider nicht möglich“, bedauert Cerovac.

Die Gäste sehen und vor allem hören eine hingabevolle Performance, bei der besonders Claptons kraftvolle Stücke, wie Before You Accuse Me, Leyla, Running on Faith oder Walking Blues herausstechen. Und natürlich der große Hit Tears in Heaven, der schon nach den ersten Akkorden vom Publikum bejubelt wird. „Ich krieg’ Gänsehaut, das ist wunderbar“, gesteht der Sänger, nachdem Gäste und Band den Welthit gemeinsam gesungen hatten.

Auf diesen Moment haben sich die 8-Ball-Band und ihre Musiker-Freunde ein Jahr lang vorbereitet. In voller Besetzung kamen sie trotzdem nur auf drei vollständige Generalproben. Damit die ganze Mühe nicht mit einem Abend vorbei ist und auch Clapton-Fans, die im Vorverkauf keine Karte mehr ergattern konnten auf ihre Kosten kommen, gibt es ein Zusatzkonzert. Am 15. Februar wird die Show im Münchner Schlachthof wiederholt. Und im Juni kommt dann der echte Clapton. Dort werden sich einige der Schrannen-Besucher wieder treffen. Und sich daran erinnern, dass das auch in Dachau schon eine fast grammy-reife Vorstellung war.

Dominik Göttler

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