Belasteter Ersatzkandidat: Fridolin Brandt. Foto: kn

Die Linke hat schon wieder ein Problem mit ihrem Bundestagskandidaten

Dachau - Die Linke hat schon wieder ein Problem mit ihrem Bundestagskandidaten. Fridolin Brandt, Nachfolger des abgesetzten Chris Sedlmair, stand im Visier der Staatsanwaltschaft.

Brandt hatte auf seiner Homepage nach einer Gerichtsverhandlung dem Sozialrichter Andreas Knipping unter anderem „Befangenheit, die schon aus seinen Augen tropfte“ vorgeworfen. Kern des Rechtsstreits ist die Leidenschaft Brandts für Bienen. Auch Hobbyimker müssen Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Alterskasse entrichten und gegebenenfalls auch die nicht erwerbstätige Ehefrau mitversichern, wenn sie mehr als 100 Bienenvölker besitzen. Brandt (63) blieb nach eigenen Angaben immer unter dieser Zahl – bis er öffentlich beklagte, dass ihm Gen-Technik und Chemie-Mafia seine 120 Völker kaputt machten. Es folgten eine vier Jahre zurückreichende Nachveranlagung durch die Alterskasse, angedrohte Vollstreckungsmaßnahmen, weil Brandt nicht zahlen wollte, und schließlich 2006 die Verhandlung vor dem Arbeits- und Sozialgericht.

Richter Knippling solle ihm vorgehalten haben, die „segensreiche Gentechnologie“ schlecht zu reden und auch fachkundige Zeugen „wutschäumend“ angegangen sein. Sagt Brandt. Ganz anders die Version des Richters: Er habe noch nicht einmal den Sachvortrag aus den Akten beenden können, als Brandt schon begonnen habe, „wie ein Tier unartikuliert zu schreien“. Der Kläger wurde des Saales verwiesen, ebenso einer seiner Zeugen, der angefangen hatte, die ganze Szene zu fotografieren.

Eine Entscheidung wurde vertagt. Der als impulsiv bekannte Brandt machte aber seinem Zorn schon mal auf seiner Internetseite Luft und handelte sich damit das Beleidigungsverfahren ein. Vor kurzem soll er sich in einem Schreiben an die Rentenversicherung über die „korrupten Richter an den Sozialgerichten“, darunter eben Knipping, ausgelassen haben. Und allerjüngste Eskalation: Noch fast drei Jahre nach der Verhandlung soll Brandt jetzt geäußert haben, dass „irgendwann eine tote Katze“ vor Knippings Haustür liegen werde.

Knipping hat tatsächlich eine Katze. Und er fühlt sich ausspioniert. In 29 Berufsjahren habe er nie einen ähnlichen Fall wie Brandt erlebt, der doch laut einem Plakat – ein paar Meter vor Knippings Haustür – für eine bessere Welt sorgen wolle. Der Mann leide zumindest unter einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit, so Knippling.

Brandt ist eigentlich ein Ersatzkandidat. Denn urprünglich wollten die Linken mit dem Dachauer Chris Sedlmair ins Rennen gehen. Der aber zog seine Kandidatur auf Drängen des Landesvorstands zurück, nachdem er wegen einiger Äußerungen auf seiner Internetseite schwer in die Kritik geraten war. (mm)

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