Der Mantel für Dachau ist bei der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten an einem passenden Ort – zur großen Freude von Esther Glück und Stiftungsdirektor Karl Freller.   foto: Sch

"Mantel für Dachau" angekommen

Dachau - Nicht provozieren, sondern aufrütteln, will die Dachauer Künstlerin Esther Glück mit ihrer Kunst. Ihr „Mantel für Dachau“, der in erster Ausstellung für Irritationen und Anfeindungen sorgte, hat endlich nach fünf Jahren die verdiente Würdigung erfahren.

Die Stiftung Bayerischer Gedenkstätten hat die Installation „Mantel für Dachau“ der Dachauer Künstlerin Esther Glück angekauft. Das Kunstwerk aus Gras aus der KZ-Gedenkstätte Dachau wird dauerhaft im Eingangsbereich der Stiftungsräume auf der Praterinsel 2 in München ausgestellt. In der Verantwortung der Stiftung befinden sich die beiden KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg. Bei der Präsentation sagte der ehrenamtliche Stiftungsdirektor und CSU-Landtagsabgeordnete Karl Freller, er freue sich, dem Mantel einen Platz geben zu können, an dem zentral über Gedenkstättenarbeit entschieden wird und der Besuchern einen Bezug bietet. Er sehe die Gedenkstättenarbeit als große gemeinschaftliche Arbeit, um die Menschen zusammenzuführen und den Opfern gerecht zu werden. Deshalb sei es besonders wichtig, den Zugang zur nächsten Generation zu finden.

Der Stiftungsdirektor sagte: „Wissen allein verändert nicht das Handeln, auch emotionales Befassen ist wichtig.“ Esther Glück habe sich mit Fingerspitzengefühl mit der Geschichte der eigenen Stadt auseinandergesetzt, so Freller. Für ihn sei die Installation ein Synonym für den „Mantel des Schweigens“ oder den Ausspruch „Gras über die Sache wachsen lassen“.

Die Entstehungsgeschichte des „Mantels für Dachau“ ist mindestens so bedeutsam wie das Kunstwerk selbst. Der Grasmantel entstand für die Ausstellung der KVD „Post für Dachau“ 2005 im Dachauer Schloss, die sich ums Thema Holocaust drehte. „Die Idee war brennend, sich als Dachauerin endlich zu diesem Thema künstlerisch zu äußern“, sagte Esther Glück. Die seit fünf Jahren von verschiedenen Seiten anhaltende Kritik an ihrer Kunst habe ihr „die Energie weggesaugt“, sagte Esther Glück. Umso schöner sei es, dass eine Persönlichkeit aus der Politik ein so umstrittenes Kunstwerk ankaufe, freute sich die Künstlerin. (sch)

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