Eine Umarmung vom Showmaster Thomas Gottschalk: Ulrich Weller, Ina Stiehler, Steffen Schlüter (v.l.) hinter der Bühne. Foto: kn

Vor Millionen mit den Ohren gewackelt

Indersdorf - Einmal bei „Wetten dass...?“ aufzutreten, ist der Traum von vielen. Ulrich Weller aus Indersdorf hat das geschafft: Er durfte am Samstag vor Thomas Gottschalk mit den Ohren wackeln.

Manch einer fragt sich vielleicht, was Forscher den ganzen Tag so machen. Die Antwort darauf ist so einfach wie erstaunlich: Ohrenwackeln. Wie sonst ist es zu erklären, dass Dr. Ulrich Weller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sich mit seinem Kollegen Steffen Schlüter per Ohrenwackeln kommunizieren kann?

„Ich sag immer: Wir haben das Ohrenwackeln erfunden, weil mein Kollege Steffen Schlüter aus dem Erzgebirge kommt und ich aus Schwaben“, erzählt Ulrich Weller schmunzelnd. „Wir mussten also einen Weg finden, um uns irgendwie zu verständigen.“ Und so ist also die Sprache des Ohrenwackelns entstanden.

Nun, ganz so war es dann vielleicht doch nicht. In Wirklichkeit hat der Vater von zwei Töchtern schon als Kind davon geträumt, mal bei „Wetten, dass...?“ aufzutreten. „Die Idee zu meiner Wette kam mir, als einmal Teilnehmer den Titel eines Liedes anhand der Brustmuskelzuckungen erraten konnten“, berichtet Ulrich Weller. „Dann hab ich mir gedacht: das müsste ja noch leichter gehen ohne Rhythmus.“ Weil der Indersdorfer ein echter Akademiker ist, hat er sich also ein genaues System überlegt, wie er per Ohrenwackeln buchstabieren kann: A ist drei mal links zucken, B ist zwei mal links und einmal rechts zucken.

Die Idee hat Ulrich Weller dann zu „Wetten dass...?“ geschickt, nach zwei Besuchen war auch die Wettredaktion überzeugt, und so reisten Ulrich Weller mit Frau und einer Tochter – die zweite hatte just an diesem Wochenende schon einen Termin bei Jugend musiziert – und Steffen Schlüter mit Partnerin nach Offenburg.

Von Donnerstag bis Sonntag weilten die beiden Akademiker dort – Proben, Lampenfieber und After-Show- Party inklusive. „Es war eine sehr interessante Erfahrung“, meint Ulrich Weller. „Wir wurden sehr gut versorgt, hatten sogar einen persönlichen Betreuer. Und auch Gottschalk hat sich vor der Show lange mit uns unterhalten.“ Bei der Wette lief alles glatt – Ulrich Weller wackelte Sätze, die das Publikum aufgeschrieben hatte, Steffen Schlüter las dann von den Ohren ab. Und mehr als zehn Millionen Menschen sahen an den heimischen Bildschirmen zu. Bei der Wahl zum Wettkönig wurden Ulrich Weller und sein Kollege sogar Vizekönige mit einer Gewinnsumme von 4000 Euro. (np)

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