Minister Brunner sieht nicht schwarz

Dachau - Trotz derzeit schlechter Preise, nicht nur bei der Milch, sieht Minister Brunner für die Landwirtschaft in Bayern nicht schwarz.

Über die „Landwirtschaft in Bayern – Zukunftsbranche oder Auslaufmodell“ sprach Minister Helmut Brunner in Rumeltshausen auf einer Veranstaltung des entsprechenden CSU-Arbeitskreises. „Binnen Jahresfrist hat sich das Blatt für die Landwirtschaft total gewendet. Die Preise sind nicht mehr kostendeckend. Nicht nur bei den Milchprodukten ist die Preisentwicklung unbefriedigend“, sagte der Minister. „Dieser Aderlass war vor 15 Monaten noch nicht vorher zu sehen, heute habe ich von Preisabsprachen bei den Molkereien gehört, die noch niedriger sind als in den Vormonaten.“

Dann beklagte der Minister, dass sich die Rezepturen der Nahrungsmittelindustrie geändert hätten und bevorzugt pflanzliches statt tierisches Fett eingesetzt würde. Bayerns Landwirte produzierten bei der Milch die Menge von 174 und beim Käse 191 Prozent des Selbstversorgungsbedarfes. Eine Milliarde Euro wäre notwendig, um nur den Milchpreisverfall zu stoppen.

Sein Vorschlag: fünf Prozent der Milchquote auszusetzen. „Das ist aber nicht durchsetzbar.“ Weiter äußerte sich der Minister über die Transparenzrichtlinie (Bekanntgabe der Fördermittelüberweisung im Internet auf den einzelnen Betrieb bezogen), die er so lange nicht umsetzen möchte, wie es deutschlandweit unterschiedliche Rechtsauffassungen gibt. Es wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Branchen und man müsse den Menschen ständig erklären, warum es diese Fördermittel überhaupt gibt. Warum sollte die Landwirtschaft da in Vorleistung gehen?

Der Minister möchte in seinem Haus Konzepte entwickeln, damit auch die Lebensmittelproduktion in Bayern konkurrenzfähig ist. Landwirtschaftspolitik sei auch Gesellschaftspolitik und man müsse dafür sorgen, dass die Verbraucher die Entwicklung mittragen. So müsse man verständlich machen, dass man regionale Qualität nicht zu Niedrigstpreisen produzieren kann. „Trotz allem ist mir um Bayerns Landwirtschaft nicht bange“, schloss der Brunner seinen Vortrag, denn man wird in China mit der Zeit neben einer Handvoll Reis auch ein Stück Fleisch auf dem Teller haben wollen“.

Die anschließende Diskussion ging um die Haltung des Staatsregierung zur Gentechnik, wobei der Minister bedauerte, dass auch die Langzeitversuche mit dem Verbot der Genmais-Aussaat abgebrochen werden mussten. Von 470 000 Hektar Maisanbau seien gerade einmal auf neun Hektar gentechnisch manipulierter Mais angebaut worden, so Brunner zu seinen Zuhörern.

BVB-Kreisobmann Anton Kreitmair nahm dem Minister das Versprechen ab, sich nach der Wahl erneut um die Abschaffung der Agrardieselbesteuerung zu kümmern und bekam außerdem die Zusage, dass die Flächen, die für den Erosionsschutz kartiert worden sind, bekannt gegeben werden. Auf die Frage der stellvertretenden Kreisbäuerin Emmi Westermeier nach der Auszeichnungspflicht, bezogen auf Analogkäse, antwortete der Politiker, dass es hier genaue Vorschriften für die Bezeichnungen gibt, der Verbraucher diese Bezeichnungen aber erst verstehen lernen müsse. Er empfinde es als Unding, dass eine Pizza mit einer Masse belegt ist, die wie Käse aussieht, wie Käse schmeckt, aber ein aus pflanzlichen Fetten hergestelltes Ersatzprodukt ist.

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