Die etwas andere Mittagspause: Die Krankenhausmitarbeiter wollen unter anderem mehr Geld und Urlaub und protestierten gestern. foto: zim

Mitarbeiter der Helios-Amperklinik streiken in der Mittagspause

Dachau - Die Mitarbeiter der Helios-Amperklinik AG wollen sich nicht „zu armen Würstln machen lassen", wie sie sagten. Deshalb haben sie am Dienstag eine „streikende Mittagspause" eingelegt.

„Das ist unser erster Hinweis darauf, dass die Arbeitgeber ein bisschen was nachlegen müssen und wir nicht zufrieden sind“, erklärt Karin Seifert von der Gewerkschaft ver.di die Aktion vor dem Krankenhaus.

Zu den Forderungen der Protestierenden bei den laufenden Tarifverhandlungen zählen Vergütungserhöhungen um mindestens 160 Euro und 30 Tage Urlaub. „Früher gab es zum Beispiel ein festes Weihnachtsgeld, jetzt nur noch eine variable Ergebnisbeteiligung. Bei der überdurchschnittlichen Leistung unserer Mitarbeiter ist das zu wenig“, betont Seifert. Tatsächlich müssen die Pflegekräfte mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren wohl sehr viel leisten: „Teilweise sind die Schichten mit nur drei bis vier Mitarbeitern besetzt. Die leisten Schwerstarbeit und sollen dabei auch noch freundlich sein. Hut ab vor denen!“, betont die zweite stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Silke Böttcher.

Betriebsratsvorsitzender Claus-Dieter Möbs kritisiert nicht nur die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung, ihm ist auch die seiner Meinung nach verspätete Informationspolitik der Helios-Amperklinik-Chefs bei der Bekanntgabe der Umbaupläne für das Krankenhaus ein Dorn im Auge (wir berichteten). „Das ist absolut indiskutabel“, ereifert sich Möbs. „Das ist Augenwischerei, völlig nichtssagend und widersprüchlich“, urteilt er. „Wir können den ,Helioten‘ doch nicht mehr trauen, außerdem haben sie uns nicht rechtzeitig informiert“, gibt er die Ansicht des Betriebsrates weiter.

Einer dieser „Helioten“ ist Vorstandsmitglied Bernward Schröter. Seine Meinung zu der Protestaktion der Mitarbeiter? „Das ist völlig legitim und ihr gutes Recht. Wir arbeiten ja auch an den Problemen, das wird zwar nicht einfach, gehört aber dazu.“ In einer Woche gehen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde.

san

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