Die Gebäude sind alt, der Energiebedarf also hoch, wie hier in der Würmstraße. foto: ge

Mittelmaß in Dachau-Ost

Dachau - Mittelmäßig. So ist der Zustand der Gebäude in Dachau-Ost - zumindest beim Thema Energiebedarf. Das hat eine Untersuchung der Stadtwerke ergeben. Dagegen kann etwas getan werden - allerdings nur Hand in Hand mit den Gebäudeeigentümern.

„Mittelmäßiger Zustand“. Zu diesem Urteil über den Heizenergiebedarf des Gebäudebestands kamen die Stadtwerke Dachau in ihrem Energiekonzept Dachau-Ost. „Die Stadtwerke haben das Konzept für diesen Stadtteil quasi als Pilotprojekt entwickelt“, erklärt Bernhard Kiening, Planungsleiter der Stadtwerke Dachau. Im Rahmen des Energiekonzepts wurden alle Gebäude innerhalb der Sudeten-, Polln-, Schleißheimer und Würmstraße auf ihren Strom- und Wärmeverbrauch sowie den Anteil erneuerbarer Energien untersucht.

Der Gebäudebestand des Viertels stammt größtenteils aus den 1960er Jahren und sei „dem Alter entsprechend in Ordnung“. Das Stadtviertel verbraucht demnach neun Gigawattstunden Strom pro Jahr und setzt damit 5000 Tonen an CO2-Emissionen frei. Der Wärmeverbrauch schlägt pro Jahr mit 47 Gigawattstunden an Energie zur Wärmebereitstellung zu Buche. Mit diesem Verbrauch setzt Dachau-Ost schließlich 14 500 Tonen an CO2-Emissionen pro Jahr frei, und der Anteil erneuerbarer Energien ist mit 1,3 Prozent noch „sehr gering“.

Durch verschiedene Maßnahmen wollen die Stadtwerke diesen Anteil durch den Ausbau von Photovoltaik erhöhen. Gleichzeitig sollen die CO2-Emissionen gesenkt werden. Die Stadtwerke sehen hier die Möglichkeit, durch Gebäudesanierungen ein Drittel des Energieverbrauchs einzusparen. Im Wärmebereich ließen sich laut Energiekonzept die CO2-Emissionen um ein Viertel reduzieren. Dies wollen die Stadtwerke über einen Ausbau der Solarthermie sowie über den Einsatz von „innovativen“ Heizsystemen erreichen - beispielsweise über das Heizen durch Brennstoffzellen. „Wir wollen dabei aus technischer und wirtschaftlicher Sicht immer auf dem neuesten Stand sein“, erklärt Kiening. Zudem bieten die Stadtwerke bereits jetzt „Wärme-Contracting“ an, bei dem Sanierungen durch Wärmelieferungsverträge mit langer Laufzeit möglich werden. In weiteren Maßnahmen wie der möglichen Einstellung eines „Sanierungsmanagers“ im Rahmen des Energiekonzepts befinden sich die Stadtwerke aber noch in einer „Findungsphase“.

Beim Erarbeiten des Konzepts hatten die Stadtwerke die vorgegebenen Klimaschutzziele der Bundesregierung für 2020 und 2050 im Blick. „Wir haben uns als Hauptziel gesetzt, bis spätestens 2050 alle Haushalte zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen“, erklärt Kiening. Diese beschlossenen Ziele der Bundesregierung können erreicht werden - dies ging aus drei möglichen Szenarien zur Einschätzung des Energieverbrauchs.

Das Projekt wird voraussichtlich mehrere Jahre laufen und wurde im Werkausschuss der Stadt vorgestellt. Kiening: „Jetzt ist geplant, auf die Gebäudeeigentümer zuzugehen. Sie müssen bei allen Maßnahmen natürlich mitspielen.“ Dann können die Organisatoren auch sehen, ob das Pilotprojekt angenommen wird.

(map)

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