Abenteurer Franz Grieser kommt in den Landkreis Dachau

Mit dem Motorrad durch den Himalaya

Landkreis - Ein Abenteurer der besonderen Art ist Franz Grieser aus Adelzhausen, der im Motorrad-Sattel schon die halbe Welt bereist hat. Bei seiner Rückkehr hält er viel beachtete Vorträge. Die Spenden, die der 58-Jährige dort sammelt, gibt er bei seiner nächsten Tour an Bedürftige weiter. Nun kommt Grieser für mehrere Veranstaltungen in den Landkreis Dachau.

In aller Regel macht sich Franz Grieser mit Freunden auf in ferne Länder. Heuer fuhren bei der Expedition in den Himalaya – auf den höchsten, befahrbahren Pässen der Welt – sechs „Motorradnarrische“ mit: Martin Greppmair und Peter Held aus der Gemeinde Altomünster, Jakob Glassner aus Hilgertshausen, Erwin Demmelmaier aus Klingen, Martin Brettmeister aus Unterwittelsbach und der Münchner Tierarzt Ulrich Wendlberger.  

Wenn man Grieser fragt, wie es zu seiner Motorradleidenschaft gekommen ist, holt er weit aus und erklärt, dass er sich schon als Zwölfjähriger beim Schwarzfahren auf Feld und Flur der Faszination Motorrad nicht mehr entziehen konnte. „Ich hatte schon damals unheimliche Freude, mit alten Maschinen über Feld und Flur zu hetzen“, so Grieser, der im Laufe von 30 Jahren viele Motorrad-Oldtimer in unzähligen Stunden restauriert hat.

Mit größeren Motorradreisen, die meist nach Südtirol und ins Trentino führten, ging es in den 90er Jahren los. „Doch erst 2007, nach einem schweren Motorrad-Unfall, erwachte in mir die große Reiselust“, sagt Grieser. Die größeren Motorradtouren führten Grieser nach Sardinien, Korsika und Teneriffa. Auch eine Fahrt nach Griechenland überstand seine damals schon 40 Jahre alte BMW „klaglos“. Weitere Reisen über Polen durchs Baltikum nach Skandinavien zum Nordkap steigerten zwar Griesers Reiselust, zeigten ihm aber auch, dass Regen und schlechtes Wetter nicht unbedingt der Freund eines Motorradfahrers sind.

Bei seiner Tour durch Marokko 2010 habe er sich mit einer „unheilbaren Krankheit“, dem „Afrika-Virus“, infiziert, wie er sagt. Der schwarze Kontinent hat ihn derart in seinen Bann gezogen, dass er nur drei Monate später aufgebrochen ist, um auf dem Landweg nach Ägypten zu fahren. Die 10 000 Kilometer durch 14 Länder und drei Kontinente sowie weitere Afrikareisen haben ihm unvergessliche Erlebnisse beschert – etwa die Geschichte mit dem Elefantenbullen, der seelenruhig zwischen den Zelten der Motorradfahrer hindurchmarschiert sei.

Absichtlich habe er bei seinen Reisen Entwicklungsländer gewählt, die der Pauschaltourist niemals ansteuern würde, so Grieser. Hier habe er den Eindruck gewonnen, dass die Menschen „viel zufriedener sind, als wir in unserem hektischen und übersättigten Deutschland“.

Bei seiner jüngsten Reise in die Bergwelt des Himalaya mieteten Grieser und seine sechs bayerischen Freunde im Norden Indiens für drei Wochen indische Motorräder der Marke „Royal Enfield“, deren Technik aus den 60er Jahren stammt. Damit befuhren sie unter anderem den „Taglang La“, den zweithöchsten, befahrbaren Pass der Welt in 5330 Metern Höhe. „Gegen die unglaubliche Bergwelt des Himalaya wirken unsere Alpen wie Maulwurfshügel“, stellte Grieser dabei fest.

Wer die Abenteuer von Franz Grieser

hören und seine faszinierenden Bilder sehen möchte, kann dies an folgenden Terminen, jeweils ab 19.30 Uhr, tun: Sielenbach, Pfarrheim, am Freitag, 30. Dezember; Adelzhausen, Pfarrsaal, Donnerstag, 5. Januar; Thalhausen, Gemeindehaus, Samstag, 7. Januar;

Hilgertshausen, Gasthaus Häuserer, Freitag, 13. Januar; Alsmoos, Sportheim, Samstag, 21. Januar; Klingen, Gemeindehaus, Montag, 6. März. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen, die dann bei der nächsten Reise, die im September 2017 durch Südamerika führt, wieder an Bedürftige verteilt werden.

Josef Ostermair

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