Dem Werk Georg Jauss’ ist die aktuelle Ausstellung in der Dachauer Gemäldegalerie gewidmet. Unser Foto zeigt Dr. Bettina Best und Johanna Jauss vor dem Selbstporträt des Künstlers in einem Dachauer Wirtsgarten. Foto: Sch

Museumsverein rückt Georg Jauss ins rechte Licht

Dachau - Ein Maler, der seit langem im Schatten bekannterer Kollegen aus der Zeit der Künstlerkolonie steht, wurde wiederentdeckt: Georg Jauss (1867-1922).

Dem bayerischen Landschafts-, Porträt- und Genremaler der Jahrhundertwende, der prägende Jahre in Dachau zubrachte, sind eine Retrospektive und ein Kunstbuch gewidmet. Die gelungene Gesamtschau ist dem Museumsverein Dachau zu verdanken. Zusammen mit der Ehefrau des Maler-Enkels Johanna Jauss und Dr. Bettina Best vom Münchner Stadtmuseum hat der Kulturverein den vergessenen Schatz an Münchner Sezessionskunst und Dachauer Freilichtmalerei ans Licht geholt. In der Gemäldegalerie sind 60 Bilder von insgesamt 250 Gemälden aus dem Nachlass von Georg Jauss zu sehen. Einen deutlich größeren Umfang nimmt das zeichnerische Werk ein, aus dem ausgewählte Blätter gezeigt werden.

Georg Jauss war laut Kuratorin Bettina Best „ein typisches Gewächs der Jahrhundertwende“, denn er lebte in einer spannenden und von Umbrüchen gekennzeichneten Zeit, in der sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend änderten. Außerdem arbeitete Georg Jauss im Spannungsfeld zwischen der kommerziell orientierten Münchner Schule und dem neuen, international aufkommenden Impressionismus.

Für die meisten Dachauer ist Georg Jauss jedoch vor allem im Stadtbild präsent. Sein ehemaliges Wohn- und Atelierhaus, die „Parkvilla“, die er 1899 für sich und seine Frau Caroline Hegeler bauen ließ und bis 1908 bewohnte, prägt bis heute mit ihrem auffälligen Fachwerk den vorderen Teil der Hermann-Stockmann-Straße.

Im Kreis der Dachauer Maler entdeckte Georg Jauss schließlich seine eigentliche Berufung zum Landschaftsmaler. Mit Bernhard Buttersack in Haimhausen verband ihn eine enge Freundschaft. Nachhaltig beeinflusst wurde er jedoch von Adolf Hölzel.

Die Ausstellung ist bis 29. August in der Gemäldegalerie, Konrad-Adenauer-Straße 3, zu sehen. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr. Samstag, Sonntag und Feiertag von 13 bis 17 Uhr. (sch)

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