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Die Dämme wurden mit Rohren durchbohrt, doch die Biber bauen fleißig weiter.

Nach Überschwemmungen in Inhausermoos

Die Biber werden jetzt überlistet

Erika Fischer hat einen toten Biber gefunden. Einer der Nager, die Schuld daran sind, dass ihr Grundstück überflutet wurde. Das Tier wurde obduziert, um die Todesursache herauszufinden. Und die Familie des Bibers ist inzwischen überlistet worden.

Als Erika Fischer dieser Tage ihre Runde drehte, um nachzusehen, wie sich der See vor ihrem Haus in Inhausermoos entwickelte, blieb sie plötzlich stehen. Am Nebenarm der Moosach lag ein toter Biber. Einer aus der Biberfamilie, dessen Mitglieder das Wasser des Bachs mit ihren Dämmen seit Monaten derart aufgestaut hatten, dass die Fluten ihr direkt angrenzendes Grundstück zu überschwemmen drohten. „Ich habe nicht feststellen können, ob der Biber Verletzungen hatte“, so die 58-Jährige. Die Untere Naturschutzbehörde hat also den Kadaver mitgenommen und obduzieren lassen, um festzustellen, ob Fremdeinwirkung im Spiel war. „Es handelte sich um ein etwa eineinhalb Jahre altes Jungtier. Es ist wohl eine natürlichen Todes gestorben“, sagt Michael Wagner von der Naturschutzbehörde. Nichts Ungewöhnliches, denn ein Großteil des Bibernachwuchses überlebe die ersten beiden Lebensjahre nicht.

In Inhausermoos sei die Biberfamilie weiterhin da, meint Wagner weiter. Aber die Behörden sind drauf und dran, die Nager zu überlisten. Die zuständige Stadt Unterschleißheim und das Bibermanagement des Landratsamtes München hatten vor gut einer Woche in einer Gemeinschaftsaktion die beiden Hauptdämme geöffnet, sechs Meter lange Rohre darunter verlegt und die Biberbauwerke wieder geschlossen. Die beiden Drainagen zeigen Wirkung. „Das Wasser fließt ab“, freut sich Erika Fischer. Um 30 bis 50 Zentimeter ist der Wasserstand bereits gesunken. Die Hauseigentümerin freut das. Und sie ist zufrieden, dass sich Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck wegen der wochenlangen Untätigkeit seiner Kommune bei ihr entschuldigt hat.

Ob Erika Fischer ganz aufatmen kann, steht derzeit allerdings noch nicht fest. „Die Biber bauen fleißig weiter“, hat sie beobachtet. Für ihren Garten und das an ihr Grundstück angrenze Maisfeld heißt es also weiter: Land unter. Die Moos-Bewohnerin fragt sich zudem, ob sie für ihren kaputten Gartenzaun auf eine Entschädigung von Staat hoffen kann.

Da macht ihr Michael Wagner nur wenig Hoffnung. Es gebe zwar in Bayern einen Biberschadensfonds, doch der zahle nur an Land-, Forst- und Teichwirte. „Privateigentümer erhalten keine Entschädigung“, so der Mann vom Landratsamt. Aber, so sagt er weiter, man müsse jeden Einzelfall prüfen, vielleicht gebe es ja doch eine Möglichkeit. 

(zim)

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