Nikolaus Lehner: Die Dachauer Berufsschule trägt seinen Namen.

Nikolaus Lehner blieb trotz Leid und Schrecken

Dachau - Im Dachauer KZ lernte er Leid und Schrecken kennen, trotzdem blieb Nikolaus Lehner nach der Befreiung in Dachau. Heute jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal.

Nikolaus Lehner wurde am 30. Dezember 1923 in Sighet in Siebenbürgen als Izchak Mendel Herskovits geboren. Nach dem Einmarsch der Deutschen wurde seine Familie nach Auschwitz deportiert, er selbst wurde in einer ungarischen Partisaneneinheit als Jude denunziert und kam für vier Monate ins Dachauer Lager. Dort ließ er sich auf Rat eines ungarischen Offiziers als Nikolaus Lehner registrieren, um seine jüdische Identität zu verschleiern.

Nach der Befreiung lernte er im DP-Lager Feldafing seine spätere Frau Rosa kennen. Von den Amerikanern erhielt er eine Gewerbelizenz und gründete den Betrieb Sperrholz-Lehner in Dachau, der zu einem angesehenen Unternehmen heranwuchs. In Dachau zog Lehner auch seine drei Kinder groß. 1979 überzeugte ihn Schuldirektor Johann Waltenberger, als Zeitzeuge mit Schülern zu sprechen. Er wurde zum Mahner und Aufklärer und entwickelte die Idee einer Jugendbegegnungsstätte in Dachau. 1995 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Am 10. Januar 2005 verstarb Nikolaus Lehner nach längerer Krankheit im Alter von 81 Jahren.

2012 wurde der Pavillon im Jugendgästehaus nach ihm benannt, und seit dem vergangenen April trägt auch die Dachauer Berufsschule seinen Namen. Er soll die Schüler an die Tugenden erinnern, für die Nikolaus Lehner stand: aktives Handeln und Zuversicht.

dg

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