Noch ist die Fläche frei – hier sollen die Container hin. hab

Noch eine Unterkunft

Dachau - In Dachau wird eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge errichtet: Auf dem unbebauten Grundstück am Himmelreichweg, gegenüber von Herzog-Wilhelm- und Herzog-Albrecht-Straße, das sich in Besitz der Stadt befindet, werden Container aufgestellt werden.

OB Florian Hartmann hatte bereits in der Stadtratssitzung am Dienstag mitgeteilt, dass weitere Flüchtlinge in Dachau untergebracht werden. Gestern nun kam die Information als Pressemitteilung vom Landratsamt. „Die Einrichtung ist für die Dauer von drei Jahren geplant, rund 100 Asylsuchende und Flüchtlinge sollen dort untergebracht werden“, teilte Pressesprecher Wolfgang Reichelt mit.

Auch in der Stadtratssitzung kam das Thema Asyl zur Sprache: Stadtrat Wolfgang Moll sprach Gerüchte an, dass die Berufsschulturnhalle als Asylbewerberunterkunft weiterhin bestehen bleiben soll, auch nach dem Bezug der neuen Traglufthalle an der Theodor-Heuss-Straße in unmittelbarer Nähe. Wie berichtet, wird aktuell der dritte Traglufthallenstandort im Landkreis für bis zu 300 Personen in Augustenfeld errichtet.

„Aber eine Ghettoisierung ist nicht zielführend“, so Moll. Wolfgang Reichelt, CSU-Stadtrat und Landratsamts-Sprecher, erklärte, dass die Berufsschulturnhalle nach derzeitigem Stand Ende Januar/Anfang Februar geräumt werde. Die Halle ist seit 1. Dezember als Noterstaufnahmeeinrichtung in Betrieb. „Die Regierung fordert im Wechsel die Landratsämter auf, für acht bis zehn Wochen eine Notaufnahmeeinrichtung zur Verfügung zu stellen“, so Reichelt. Die Flüchtlinge in der Berufsschulturnhalle seien nicht zugewiesen, sie werden jetzt in ganz Bayern verteilt. Nach der Räumung soll die Turnhalle natürlich wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung gestellt werden. „Ich kann noch kein Datum nennen, das hängt auch damit zusammen, welche Reparaturarbeiten wir vornehmen müssen.“

Auch in Zukunft wird das Landratsamt vermutlich immer wieder eine Noterstaufnahmeeinrichtung stellen müssen. Dafür plane das Landratsamt nun feste Unterkünfte, etwa Container oder Bauten in Holzständerbauweise, „damit wir die Berufsschulturnhalle nicht auf Dauer als Unterkunft verwenden müssen“, so Reichelt. Wo diese Noterstaufnahmeeinrichtung gebaut werden soll, sei noch ungewiss.

In Dachau wird die neue Unterkunft am Himmelreichweg die dritte dezentrale Unterkunft für Flüchtlinge sein: neben der Gemeinschaftsunterkunft an der Kufsteiner Straße sowie der Containeranlage auf dem MD-Parkplatz. Dem Landratsamt wurde nun kurzfristig eine - ursprünglich für eine Kreisverwaltung in Norddeutschland vorgesehene - zweigeschossige und für bis zu 120 Personen konzipierte Containeranlage angeboten, die voraussichtlich im März bezugsfertig sein könnte.

Eine vergleichbare Anlage soll in der Nähe des Gewerbegebiets Dachau-Ost entstehen, jedoch auf dem Gemeindegebiet von Hebertshausen.

Nikola Obermeier

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