Vergebliche Anstrengung: Zahlreiche AfD-Plakate wurden während des Wahlkampfs zerstört. foto: kn

Afd-Hochburgen im Landkreis Dachau

Odelzhausens Bürgermeister Markus Trinkl ist bestürzt

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Das war ein politisches Erdbeben: Nach der Bundestagswahl zieht die Alternative für Deutschland (AfD) das erste Mal in den Bundestag ein – mit 12,8 Prozent der Stimmen.

Landkreis – Im Landkreis holte die Partei in einigen Gemeinden sogar noch mehr Stimmen: Die Hochburg der AfD, was die Zweitstimmen angeht, ist Odelzhausen. Dort holte sie 14,7 Prozent.

Am Tag danach ist das für Bürgermeister Markus Trinkl (parteilos) immer noch ein Schock: „Wir sind schon überrascht, dass die Partei bei uns das höchste Ergebnis im Landkreis geholt hat.“ Was ausschlaggebend dafür war, weiß Trinkl nicht. Doch offenbar gab es in seiner Gemeinde Odelzhausen große Unterschiede zwischen Briefwählern und Bürgern in der Wahlkabine: Im Gegensatz zur Briefwahl haben sich am Sonntag in der Wahlkabine rund sieben bis acht Prozent mehr Bürger für die AfD entschieden. Deshalb will sich Trinkl mit seinen Gemeinderatskollegen zusammensetzen und über den Wahlerfolg der AfD diskutieren.

Aber auch in drei weiteren Gemeinden im Landkreis hat die erst vier Jahre alte Protestpartei abgeschöpft: In Bergkirchen haben 14,3 Prozent die AfD gewählt. Die CSU hat dort enorm an Stimmen eingebüßt: 2013 haben noch 62,77 Prozent der Bergkirchner die Partei gewählt, am Sonntag nur noch 47,8 Prozent – fast 15 Prozent weniger. Bürgermeister Simon Landmann (CSU) macht die AfD aber keine Angst. Es seien Protestwähler, die vor allem mit der derzeitigen Politik auf Bundesebene nicht einverstanden seien. Die Ängste der Bürger müssten nun ernster genommen werden. Die AfD im Gemeinderat Bergkirchen sieht Landmann aber in Zukunft nicht. Denn: Das Gremium besteht vor allem aus Ortsteil-Gruppierungen. Von den großen Parteien sind lediglich die CSU und die SPD vertreten.

Auch in Indersdorf hat die AfD mit 14,2 Prozent mehr Stimmen geholt als die Kollegen auf Bundesebene. „Da muss man sich schon fragen, warum die Partei so viele Wähler aktivieren konnte“, sagt Franz Obeser (CSU). Für den Bürgermeister war es vorauszusehen, dass die Partei so stark wird. „Ich sehe die Schuld aber nicht bei mir.“ Aber in Zukunft will auch er die Ängste der Bürger ernster nehmen.

Zudem ist der Anteil an AfD-Wählern auch noch in Hilgertshausen-Tandern mit 14,1 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt, ebenfalls in Pfaffenhofen (13,7 Prozent) und Sulzemoos (13,5 Prozent).

Eines ist klar: Nicht nur Angela Merkel muss reagieren, auch die Politiker im Landkreis: Denn im Frühjahr 2020 stehen die nächsten Kommunalwahlen an. Und dann könnte es auch ein politisches Erdbeben in den Gemeindeparlamenten geben. Übrigens: Die wenigsten AfD-Wähler gab es in Vierkichen: mit 10,6 Prozent.

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