Fünf Organisationen riefen zur Mahnwache auf, die Beteiligung hielt sich in Grenzen. Foto: kn

Den Opfern von Tschernobyl gedacht

Dachau - Zum Gedenken an die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 23 Jahren versammelten sich 20 Teilnehmer in der Dachauer Altstadt.

Ödp-Kreisvorsitzender Adrian Heim begrüßte Teilnehmer der Mahnwache und berichtete von den aktuellen Meldungen von den Gedenkfeiern aus der Ukraine: „25 000 Tote und rund 2,3 Millionen Bürger, die unter den Folgen der Reaktorkatastrophe leiden, müssen auch uns in Deutschland Mahnung sein, welche Folgen ein Atomunfall hat.“

Sabine Geißler, Stadträtin vom Bündnis für Dachau, erinnerte an den Ablauf der Katastrophe. Während eines Sicherheitstests werden Sicherheitssysteme ausgeschaltet und übliche Sicherheitsvorschriften ignoriert. Der Test gerät außer Kontrolle, am Ende explodiert der Reaktor. Durch die Explosion und einen anschließenden Brand gelangen große Mengen Radioaktivität an die Umwelt. „Bei einem Test muss immer auch ein Fehlschlag einkalkuliert werden, das ist hier offensichtlich nicht geschehen – wobei in einem Atomkraftwerk ein Test nicht fehlschlagen darf“, so Sabine Geißler.

Beate Heller (Bund Naturschutz, Bündnis 90/Die Grünen) berichtete von den anschließenden Aufräumarbeiten. 800 000 sogenannte Liquidatoren mussten völlig ungeschützt mit Schaufeln und Hacken radioaktiven Schutt und Graphitstücke ins glühende Reaktorinnere zurückwerfen. „Nach unterschiedlichen Angaben sind zwischen 15 000 und 100 000 Liquidatoren an den Folgen der Strahlung gestorben. Ein großer Teil der noch lebenden Liquidatoren ist heute invalid.“. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der Mahnwache der vielen Toten.

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