In Polizistenhand verbissen

Schwabhausen - 19-jähriger Schwabhausener tickt volltrunken auf dem Dachauer Volksfest aus – Richter spricht von Alkoholproblem.

Auf dem Dachauer Volksfest laben sich Besucher gerne mal an einem saftigen Hendl oder einer knusprigen Schweinshaxe. Anders Michael H (Namen geändert). Mit acht Liter Bier intus – Weißbier und Volksfestmärzen – und 2,51 Promille im Blut hat sich der 19-jährige Schwabhauser in die Hand eines Polizisten verbissen. Auch Lederhandschuhe halfen dem Beamten nichts. Die Verletzung war so schlimm, dass er eine Woche vom Dienst zu Hause bleiben musste. Jetzt musste sich der junge Schwabhausener vor dem Dachauer Amtsgericht verantworten. Das Urteil: Ein Arbeitswochenende bei der Brücke Dachau und zehn Alkoholberatungsgespräche.

Der 19-Jährige hat keine Erinnerung an seine Bissattacke im August. Auch nicht daran, dass ihm zwei Polizeibeamte auf dem Volksfest einen Platzverweis erteilt haben. „Ich war an dem Abend einfach viel zu betrunken“, räumte er vor Gericht ein.

Ganz anders Uwe L. Der Polizist (28) wusste noch genau, wie Michael ausgeflippt war, als ihn die Beamten zum Gehen aufforderten, weil er einen anderen Jugendlichen belästigt hatte. „Er wollte auf keinen Fall freiwillig gehen. Als wir ihn dann festnehmen wollten, hat er versucht, uns zu schlagen“, so der Polizist vor Gericht.

Als der Beamte den jungen Mann fesseln wollte, verbiss sich der Schwabhauser in dessen Hand. Als eine Ärztin die Hand untersuchte, machte sie die Schwere des Bisses deutlich: „Ohne die Lederhandschuhe wäre ein großes Stück Fleisch aus dem Handballen gebissen worden.“ „Aber die Verletzung ist nicht das Schlimmste gewesen“, schilderte der Polizist. Die Angst vor einer möglichen HIV- oder Hepatitisansteckung waren sehr belastend.

Michael selbst fand für seinen Ausraster keine Entschuldigung. „Egal, wie sehr ich überlege, ich kann mir einfach nicht erkären, was da in mich gefahren ist,“ sagte der 19-Jährige schuldbewusst, als er sich bei Uwe L. wiederholt entschuldigte.

Für Richter, Staatsanwaltschaft, Jugendfürsorge und den Polizisten war die Ursache des Vorfalls klar: Der junge Mann hat ein Alkoholproblem. Richter Olaf Grundmann: „Bei 2,51 Promille ist ein Nichttrinker tot. Selbst hochgradige Alkoholiker habe ich seltenst mit solchen Werten hier sitzen.“ Deshalb sieht er eine Therapie für den 19-Jährigen für dringend erforderlich an.

Auch dem Polizisten liegt die Alkoholberatung am Herzen. „Du machst mir nüchtern ein vernünftigen Eindruck. Sieh zu, dass Du Dir in dieser Richtung helfen lässt“, sagte er zu Julian H. Auch wenn dem Schwabhauser die Sache furchtbar leid tut – vor einer Schmerzensgeldklage wird ihn das nicht bewahren. (cb)

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