Prälat Friedrich Pfanzelt - ein politischer Geistlicher

Dachau - Die Kirchengeschichte Dachaus kennt mit Prälat Friedrich Pfanzelt (1881-1958) eine imposante Figur, die heute wie damals keinesfalls unumstritten war.

Ím Amperland-Heft 2/2009 berichtet Michael Volpert M.A. über Biographie und Werdegang des Geistlichen, der über Mittenwald, Salzburghofen, Zanagberg, Weyarn, Dietramszell, Pasing und Olching nach Dachau kam. Hier erhielt er 1930 endlich den angestrebten Titel Stadtpfarrer. Spätestens nach dem Erhalt des Prälatentitels verstand er es bestens, sich als Kirchenfürst zu inszenieren und seine Eitelkeiten auszuleben.

In seine Amtszeit fiel der Bau von vier Kirchen und die Einrichtung von drei neuen Seelsorgebezirken: St. Jaohann (1933), St. Peter 1938), 1945 eigenständige Pfarrei), Hl. Kreuz (1945) und Mariä Himmelfahrt (1955).

Pfanzelt war als Stadtpfarrer auch ein hochpolitischer Kopf. Der Stolz auf seine Auszeichnungen als Feldgeistlicher, die er auch nach dem Ersten Weltkrieg gerne anführte, weisen ihn als zum bügerlich-nationalen Lager der Weimarer Zeit als zugehörig aus. Bis 1933 war er Mitglied der BVP und im Olchinger Ortsverband aktiv. Von 1919 bis 1930 gehört er dem Fürstenfeldbrucker Bezirkstag (heute Kreistag) an. Von 1948 bis zu seinem Tode war er Kreisabgeordneter der CSU. (don)

Auch interessant

Kommentare