Nach einem befahrbaren Bahnübergang sieht es hier nicht aus. Seit Wochen ist Kleinberghofen zweigeteilt. cc

Probleme beim Ausbau der Linie A

Landkreis - Fieberhaft wird am Ausbau der Linie A zwischen Dachau und Altomünster gearbeitet. Am 17. November sollen die ersten Züge rollen. Nur: Es gibt Signale, dass der Termin nicht eingehalten werden kann.

Kleinberghofen ist seit Wochen ein zweigeteiltes Dorf. Um die Oma im anderen Ortsteil besuchen zu können, muss der Enkel einen weiten Umweg über Eisenhofen oder Altomünster in Kauf nehmen. Der Bahnübergang, der Oma und Enkel trennt, ist absolut unpassierbar - und wie es aussieht, wird das auch weiterhin so bleiben. Ob durch Kleinberghofen am Montag, 17. November, Züge rollen, ist fraglich.

Seit 4. September ist der Bahnübergang gesperrt, eigentlich sollte er am kommenden Montag wieder für den Verkehr geöffnet werden. Im Moment sieht es nicht danach aus. Kurz vor dem Übergang wurde die Verrohrung eines Bachlaufes komplett entfernt und neu verlegt - vermutlich, um das Niveau der Straße den Bahngleisen angleichen zu können und den unebenen Übergang, im Volksmund „Sprungschanze“, genannt, zu minimieren.

Die Bahn verteidigt sich mit wohlklingenden Worten. „Es ist sehr anspruchsvoll, den Termin zu halten. Wir können das nicht garantieren“, sagt ein Bahnsprecher. Klingt irgendwie nach: Der Kandidat bemüht sich, den Anforderungen gerecht zu werden. Wehe dem, der diesen Satz in seinem Zeugnis stehen hat.

Kleinberghofen ist nicht der einzige Ort, an dem es noch viel zu buddeln gilt. Auch in Schwabhausen hakt es noch. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Bahn Probleme mit einem Subunternehmer, der für die Arbeiten dort verantwortlich ist. Die Bahn möchte diesen Vorgang nicht kommentieren. Der Sprecher meint lediglich allgemein, dass es „immer mal Diskussionsbedarf“ mit den ausführenden Firmen gebe.

Für Klärungsbedarf sorgt auch der holprige Bahnübergang in Schwabhausen, im Volksmund ebenfalls „die Sprungschanze“ genannt. In der Gemeinderatssitzung vor den Ferien hatte Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner erklärt, der Zustand des Bahnübergangs im Ort sei nicht hinnehmbar. Bevor das Ärgernis in der Gemeinderatssitzung aufgrund einer Anfrage der CSU am kommenden Dienstag wieder Thema wird, kann er verkünden, dass laut den Beteiligten nicht nur die Ursache für die „Sprungschanze“ gefunden wurde, sondern auch eine Lösung.

„Die Entwurfs- und die Ausführungsplanung haben nicht zusammengepasst“ - das habe ihm ein Verantwortlicher der ausführenden Baufirmen erklärt, sagte Baumgartner. Nach einer Rücksprache mit dem Straßenbauamt, der Bahn und den Baufirmen sei jetzt aber „eine Lösung gefunden worden, die hoffentlich für alle Seiten zufriedenstellend ist“.

Gelöst wird die Unebenheit mit einer erneuten Baumaßnahme (Aufpolsterung der Teerdecke), die wieder eine komplette Sperre des Bahnübergangs mit sich bringt. Dabei handle es sich um „eine Mischung von Anhebung des Gleises und einer Anpassung der Staatsstraße“. In welchem Zeitraum der Bahnübergang repariert wird, ist noch offen, soll jedoch laut Baumgartner möglichst bis zur Sitzung am kommenden Dienstag feststehen.

„Wir stellen den Eröffnungsbeginn 17. November zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage“, sagt der Bahnsprecher. „Aber es wird wirklich eng.“ Die Busunternehmer, die für den Schienenersatzverkehr sorgen, seien darauf eingestellt, Busse über den Zeitraum nach dem 17. November zur Verfügung zu stellen, heißt es von Seiten der Bahn.

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