Makellose Stimme: Julia Nagele alias Jules in der Kultur-Schranne. Foto: habschied

Professionelle Hülle, bewegender Inhalt

Dachau - Doppel-Konzert in der Kultur-Schranne: Luftlinie 391 und Jules & Band.

Sonne, Sand und das Meer - die perfekte Atmosphäre, um ein neues Stück zu schreiben, dachte sich Julia Nagele beim Urlaubstrip in Kambodscha. Das beeindruckende Ergebnis bekam das Dachauer Publikum jetzt in der Kultur-Schranne zu hören, beim Doppelkonzert von Luftlinie 391 und Jules & Band.

Für die beiden Nachwuchsbands ist es die erste Tour überhaupt. Während Julia Nagele alias Jules schon den ein oder anderen Gig hinter sich hat, zwei davon auch schon in Dachau, schnuppert das Duo Luftlinie 391 immer noch Premierenluft. Erst zum dritten Mal stehen Hanna Sikasa (23) und Melissa Muther (22) in dieser Formation auf der Bühne, die es so erst seit einem halben Jahr gibt.

Das ist den beiden jedoch trotz komplexer Songstrukturen, die Elemente von Jazz, Pop und Soul aufweisen, nicht anzumerken. Die mit Kontrabass und Gitarre gespielten Stücke fesseln von Beginn an, was vor allem an den makellosen Stimmen der beiden Musikerinnen liegt.

Dabei ist die Kommunikation der beiden im Alltag gar nicht so einfach. Melissa Muther studiert in Essen, Hanna Sikasa lebt in Nürnberg - ein Abstand von 391 Kilometern, Luftlinie. Daher der Bandname. Zur Vorbereitung auf die gemeinsame Tour verbarrikadierten sich die beiden im Februar: „In einer lauschigen Gartenhütte, mit viel Tee“ entstanden Songs und Texte, die jetzt fester Bestandteil der Setlist geworden sind.

Kennengelernt haben sich die zwei im bayerischen Landes-Jugendjazzorchester, in dem auch Julia Nagele bereits gesungen hat. Die 21-Jährige studiert mittlerweile Gesang in Mannheim und hat die gemeinsame Tour auf die Beine gestellt. In Dachau tritt die Münchnerin mit voller Bandstärke an: Lorenz Heigenhuber am Bass, Dominik Fürstberger am Schlagzeug und dem Dachauer Lupin-Mitglied Lukas Häfner an der Gitarre.

Dieser sorgt mit seinen fulminanten Soli für den angemessenen Testosteron-Gehalt des Abends, der ansonsten von der Frauenpower lebt. Auch bei Jules & Band ist es die charismatische Stimme der Bandleaderin, die die erzählten Geschichten zu etwas Besonderem macht. Geschichten aus Julias Leben, über Gefühle, über Menschen, über Träume, verpackt in eine Hülle aus Jazz und Soul, die die Band noch mit rockigen Elementen füllt.

Ein breites Publikum müssen sich die jungen Bands erst noch erarbeiten, die rund 40 Gäste in der Kultur-Schranne haben sie jedoch überzeugt. Denn auf der Bühne standen nicht nur hervorragend ausgebildete Musiker, sondern gleichzeitig Künstler, die etwas zu erzählen haben. Über Erfahrungen, Menschen oder Reisen nach Kambodscha. (dg)

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