„ben jakov“ : Unter diesem Künstlernamen arbeitet Max Mannheimer in verschiedenen Techniken. foto: sch

Quälende Gedanken bewältigt

Dachau - Die KZ-Gedenkstätte widmet Max Mannheimer zum 90. Geburtstag eine Ausstellung. Unter dem Titel "...ich male nur für mich" ist das Schaffen des Holocaust-Überlebenden zu sehen.

Im Kinosaal der Gedenkstätte wurde der Jubilar von einer Reihe von Rednern und mit einer stehenden Ovation gewürdigt. Auf die Laudationes antwortete der gerührte Max Mannheimer mit "Danke, danke, danke!"

Als Zeitzeugen waren auch Ernst Grube und Abba Naor anwesend. Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, warf einen Blick auf Max Mannheimers Biografie. Der Verlust seiner fast ganzen Familie im Holocaust habe ihn geprägt, sagte sie. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, würdigte Mannheimers Engagement gegen das Vergessen und für die Demokratie, für das er mehrfach ausgezeichnet worden ist. Die herzlichste Rede hielt die frühere Leiterin der Gedenkstätte, Barbara Distel. Sie bezeichnete Max Mannheimer als "Ikone der Erinnerung". Im "biblischen Alter" von 90 Jahren flögen ihm immer noch die Herzen der Damen zu. Mit seinen Erinnerungen und Gesprächen habe Max Mannheimer wie kaum ein anderer Zeitzeuge die Menschen erreicht.

Die Ausstellung bietet eine Retrospektive vom ersten, noch gegenständlichen Bild mit bayerischem Postkartenmotiv aus dem Jahr 1954 bis zur abstrakten Komposition aus fleckenhaften Farbspuren in Grün- und Rottönen, die 2009 entstanden ist. Unter dem Künstlernamen "ben jakov" arbeitete Max Mannheimer in verschiedenen Techniken. Er konzentrierte sich seit den 70er Jahren auf informelle Malerei in spontaner und eruptiver Geste, schuf schimmernde Farbwolkenbilder, die auf dem Zufallsprinzip basieren und betonte andererseits in Schwarzweiß-Bildern die Linie.

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