Im Rausch die Wohnung verwechselt: Hausfriedensbruch

Dachau - Ungünstige Folgen hatte ein feuchtfröhlicher Volksfestbesuch vergangenen August für eine 29-jährige Verkäuferin aus Dachau und ihren Bekannten aus München. Auf dem Heimweg stieg die Dachauerin in einen Garten ein, zerstörte dabei zwei Zäune und beleidigte danach auch noch die Bewohner.

Nicht nur sie, sondern auch ihr Begleiter mussten sich dafür nun vor dem Amtsgericht Dachau verantworten. Alle Beteiligten schilderten die Geschehnisse übereinstimmend – das heißt, soweit es ging. Denn die Dachauerin konnte sich an so gut wie nichts mehr erinnern. Sie hatte zu viel Alkohol getrunken.

Gut drauf seien sie gewesen, so die beiden Angeklagten. Nach dem Volksfestbesuch machten sie sich nach Mitternacht auf den Weg zur Wohnung der jungen Frau. Unterwegs kamen sie an der ehemaligen Wohnung der Dachauerin vorbei, und kurzerhand beschloss die 29-Jährige, ihren Nachmietern einen Besuch abzustatten. „Vielleicht habe ich gedacht, ich wohne da noch,“ so der klägliche Versuch der jungen Frau, sich an die Sommernacht zu erinnern.

Über die Mülltonnen sei sie wohl in den Garten geklettert. Der Münchner, der ihr vorangegangen war, bemerkte erst kurze Zeit später ihr Verschwinden. Mit der Absicht, die 29-Jährige zurückzuholen, folgte er ihr. In der Zwischenzeit bemerkten die Bewohnerin und ihr Lebensgefährte zwei Eindringlinge in ihrem Garten. „Erst als die beiden von innen das Terrassenlicht anschalteten, konnte ich sie dazu bewegen, das Grundstück zu verlassen“, so der Münchner.

Der als Zeuge geladene Lebensgefährte der Bewohnerin fand die Aktion ganz und gar nicht lustig und verfolgte die beiden Störenfriede. Keine 100 Meter vom Haus entfernt stellte der Mann, der für eine Sicherheitsfirma arbeitet, die kleine, zierliche Frau. Es entwickelte sich ein heftiger Wortwechsel. Weiter sagte der Zeuge vor Gericht aus, die Angetrunkene habe ihn als „asoziales Schwein“ beschimpft. Der Begleiter der Frau fügte hinzu, dass er mehrmals versucht habe, die erhitzten Gemüter zu beschwichtigen. Als ihm dies schließlich gelungen war, setzten die beiden Volksfestbesucher ihren Heimweg fort.

Recht weit kamen die Zwei dann aber nicht. Der Beleidigte hatte die Polizei alarmiert.

Zwei Zäune sind bei diesem nächtlichen Zwischenfall zu Bruch gegangen, und „die kleine Tochter meiner Lebensgefährtin konnte vor lauter Angst drei Monate lang nicht einschlafen,“ so der Zeuge.

Das Verfahren gegen den Münchner wurde gegen eine Geldauflage in der Schadenshöhe, also 200 Euro, eingestellt. Er war im Gegensatz zur Angeklagten nicht vorbestraft. Die Dachauerin wurde wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

(fw)

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