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Gleich bist Du wieder frei, mein Kleiner: Jürgen Koch beruhigt den steckengeblieben Rehbock. Hinten der Pizzabote.

Große Befreiungsaktion in Odelzhausen

Rehbock bleibt in Gartentür stecken

Odelzhausen - Das sieht man auch nicht alle Tage: Ein Rehbock ist im Gartenzaun von Jürgen Koch aus Odelzhausen stecken geblieben. Die Geschichte einer große Befreiungsaktion.

Der Pizzabote klingelt. Doch er überbringt keine Pizza, sondern die Nachricht: „Hallo, bei Ihnen steckt ein Reh im Zaun fest!“ Jürgen Koch wohnt gegenüber vom Odelzhauser Pizzaservice in der Schloßstraße. Das Reh, ein zirka einjähriger Bock, war mit der Hüfte in einer Lücke in Kochs Gartentür hängengeblieben.

Der Bock war zuvor die Straße entlang gehüpft. „Dann ist er vom Motorgeräusch des Pizza-Autos aufgeschreckt worden“, erklärt Jürgen Koch. Das Tier wollte fliehen – durch den weißen Zaun hindurch. Und blieb zwischen den Streben stecken. Der Bock versuchte sich frei zu strampeln. Vergeblich. „Das Tier schrie vor Angst. Also habe ich die Hand aufgelegt und es gestreichelt, damit es sich beruhigt. Das hat auch ganz gut geklappt“, erzählt Koch. Gleichzeitig informierte er den Odelzhauser Tierarzt Sven Borgas und rief seinen Nachbar, Jäger Ulrich Aigner, an. Beide waren laut Koch sofort zur Stelle. „Wir haben das Reh dann zusammen an den Hinterläufen aus der Lücke herausgezogen“, erzählt Aigner.

Der Rehbock hatte sich auf seiner waghalsigen Flucht und in der 45-minütigen Rettungsaktion offenbar kaum verletzt. Nur sein Fell war von den eisernen Zaunlatten aufgerieben, und an den Hinterläufen waren ein paar Kratzer zu sehen. Tierarzt und Jäger fuhren mit dem jungen Bock im Auto Richtung Höfa. „Ich habe ihn auf meinem Schoß gehalten“, erzählt Aigner. Am Anfang war das Reh noch relativ ruhig – wahrscheinlich saß der Schock über das Erlebte noch tief. Doch schließlich wurde der Bock während der ungewohnten Autofahrt immer aktiver. „Als wir ihn aussetzten, sprang er auch schon davon.“

Vermutlich kam der behufte Einzelgänger aus einem Waldstück in der Nähe von Dietenhausen. Wenn die Tiere erst einmal auf der Flucht seien, suchen sie voller Panik einen sicheren Unterschlupf. „In der Ortschaft können sie sich aber schlecht verstecken“, so Aigner.  map

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