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Wie man sich im Ernstfall verhält, konnten die Besucher beobachten.

Fest des BRK Dachau

Die Retter bieten alles auf

Dachau - Mit zwölf beherzten Freiwilligen fing alles an. Die Sanitätskolonne Dachau nahm 1889 ihren Ursprung. Was sich 125 Jahre später daraus entwickelt hat, konnten die Besucher des Festes des BRK Dachau am Karlsfelder See bewundern. Und sie kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Dem Himmel sei’s gedankt: Unglücke wie der Zugunfall im Sommer 1889 bei Röhrmoos, als neun Passagiere ums Leben kamen und zahlreiche weitere zum Teil schwer verletzt wurden, sind heute selten. Doch auch 2014 werden die BRK-Helfer zu schweren Einsätzen gerufen. Wie sie ausgebildet sind und welche Gerätschaften sie heute zur Verfügung haben, das demostrierten sie eindrucksvoll bei einer Leistungsschau und Schauübungen.

„Wir haben alles aufgeboten, was wir haben“, sagte BRK-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath. Sein moderner Wohlfahrtsverband verfügt heute über 80 Fahrzeuge. „Wir sind für alle Lebenslagen gerüstet.“ Dass dem so ist, zeigten seine Männer und Frauen bei zwei Schauübungen. „Es ist interessant zuzuschauen, was da so gemacht wird“, meinte Kathrin Stöckl aus Karlsfeld, die mit Töchterchen Lena aufmerksam verfolgte, wie zahlreiche Frauen und Männer in knallroten Monturen zwei Verletzte nach einem simulierten Verkehrsunfall erstversorgten. Jeder Handgriff saß - obwohl die BRK-Kräfte „im Zeitlupentempo“ vorgingen, wie Alexander Westermaier meinte. Der Kreisbereitschaftsleiter moderierte gemeinsam mit Notarzt Ralf Schöniger die Demonstration. In Wirklichkeit, so verrieten sie, laufe alles viel, viel schneller ab. Jede Minute zählt eben bei der Rettung von Menschen. „Das haben die toll gemacht. Jeder weiß, was er macht“, sagte Beobachterin Susanne Eismann aus Indersdorf.

Das BRK bot den neugierigen Besuchern einiges auf dem Parkplatz am Karlsfelder See. Neben den eigenen Gerätschaften waren beispielsweise die Polizeiinspektion Dachau, das THW oder die Malteser vor Ort. Die BRK-Ortsgruppen Indersdorf, Karlsfeld und Hilgertshausen hatten ihre historischen Fahrzeuge oder Leitern mitgebracht. Die Feuerwehr München überraschte mit einem gläsernen, mit Wasser gefüllten Fahrzeug, in dem Taucher ihre Künste zeigten. Viele Kinder faszinierte das Vorgehen der Froschmänner: Sie drückten sich an den Scheiben die Nasen platt.

Besonders beeindruckend beim Kreis-BRK: der nigelnagelneue Einsatzleitwagen und dessen Ausstattung. Ein Beispiel: transportable Wlan-Geräte. Ein Klick genügt, und die Kräfte haben bei Einsätzen Patienten- Fahrzeuge- oder Funkübersichten sofort auf den Bildschirmen. Da konnte selbst Landrat Stefan Löwl nicht widerstehen und setzte sich neben Bernd Wanka von der Unterstützungsgruppe in einen der Sessel des Leitstands und probierte alles einmal persönlich aus.

BRK-Fest in Dachau: Bilder

BRK-Fest in Dachau: Bilder

Am Nachmittag, nach den Festreden, unter anderem vom Präsidenten des Bayern-BRKs, Theo Zellner, oder der Vorsitzenden des BRK-Bezirksverbandes Oberbayern, Christa Stewens, folgte die zweite große Schauübung: „Rettung von Mutter und Tochter, die in ihrem Schlauchboot im See kentern“. Nicht weniger als 18 Retter, darunter einige Taucher, demonstrierten auch hier ihr Können.

Fazit des Jubiläumstages: Die Dachauer Bevölkerung kann sich auf ihren Rot-Kreuz-Kreisverband verlassen.

Zum BRK-Jubiläumstag finden Sie auch eine Fotostrecke bei uns im Internet.

zim

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