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Revolution bei der Feuerwehr

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Mit großer Mehrheit an die Spitze der Feuerwehr: Thomas Hüller (links) wurde zum neuen Kommandanten gewählt, sein Stellvertreter ist Gerd Lobmeier. foto: Norbert Habschied
Mit großer Mehrheit an die Spitze der Feuerwehr: Thomas Hüller (links) wurde zum neuen Kommandanten gewählt, sein Stellvertreter ist Gerd Lobmeier. foto: Norbert Habschied

Dachau - 18 Jahre lang stand Konrad Tonhauser an der Spitze der Dachauer Feuerwehr. Seit Freitagabend nicht mehr. Die Mitglieder wählten Thomas Hüller - mit 78 zu 17 Stimmen.

Das Ende der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dachau war ein Donnerschlag: 140 Fäuste krachten auf die Tische nieder, begleitet von einem in den Saal geschrienen „Mia san mia, mia san mia - mia san stärker ois de Stier!“ Das Gebrüll leitet eine neue Ära ein: die Ära Thomas Hüller.

Kurz zuvor war der 36-jährige Dachauer, der bei der Berufsfeuerwehr München sein Geld verdient, zum neuen Kommandanten gewählt worden. Mit 78 zu 17 Stimmen. Eine Watschn für den alten Kommandanten Konrad Tonhauser, der 18 Jahre lang die Geschicke der Wehr bestimmte.

Doch warum musste Tonhauser, der nach der Abstimmung den Saal im Thomahaus verließ, gehen? Hüller selbst (siehe Interview) sowie seine Kollegen gaben sich zugeknöpft. Niemand wollte Tonhauser etwas Schlechtes nachsagen, zu hoch sind dessen Verdienste um den Brandschutz der Stadt. Tonhauser ist eine Respektsperson. So blieben zwei vage Antworten im Raum: Man wolle eine jüngere Führungsspitze, und: Es habe immer mal wieder Probleme mit dem alten Leitwolf gegeben, hieß es knapp.

Gerd Lobmeier wird Hüllers helfende Hand sein. Lobmeier löst Kurt Zehrer, der nicht kandidierte, als stellvertretender Kommandant ab, nachdem er sich in der Stichwahl gegen Wolfgang Schamberger durchgesetzt hatte.

Auch einen neuen Vorsitzenden des Feuerwehrvereins gibt es: Stefan Fichtl. Der bisherige Stellvertreter tritt in die großen Fußstapfen von Berti Hubrich, der den Abend mit viel Schlitzohrigkeit moderierte. Fichtl möge bloß nicht solche Fehler begehen wie er einst bei einem Krankenbesuch, meinte Hubrich. Er habe dem maladen Kollegen eine Lektüre mit dem Titel „Mein letztes Buch“ besorgt. „Als ich gemerkt hab, dass das unglücklich war, hab ich schnell gesagt: Das ist das letzte Buch des Autors“, so Hubrich. Der kranke Kollege wurde gesund. Und man sieht: Die Aufgaben des Vereins sind gesellschaftlicher Natur. Die Aufgaben der aktiv Dienstleistenden gehen oft an deren Substanz. „Es ist eine enorme Belastung“, meinte Ex-Kommandant Tonhauser. „Es gibt immer wieder Einsätze, bei denen unser ganzes Können gefordert ist.“

Ihr gesamtes Können müssen nun Thomas Hüller und Gerd Lobmeier beweisen- gemeinsam mit ihrer derzeit 111 Männer und vier Frauen starken Mannschaft. So manchesmal werden sie stärker ois de Stier sein müssen.

Die neue Feuerwehrspitze

Kommandant: Thomas Hüller (neu); stellvertretender Kommandant: Gerd Lobmeier (neu); Vorstandsvorsitzender Feuerwehrverein: Stefan Fichtl (neu); Stellvertreter: Sebastian Fritsch (neu); Schriftführer: Klaus Hack (wie bisher); Stellvertreter: Fabian Schürg (neu); Kassenwart: Walter Ganslmaier (wie bisher); Stellvertreter: Günter Haberl (neu); Zeugwart: Otto Seidenberger (neu); Vertrauensmann: Matthias Glück (neu), Anton Dimopoulos (wie bisher).

Thomas Zimmerly

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