Zwei Profis an der Kettensäge: Andreas Brunner (l.) und Fabian Mader. foto: Hering

Sie sägen und pflanzen um die Wette

Dachau - Bei dem forstlichen Wettbewerb auf dem Jexhof haben sich 51 Landwirtschaftslehrlinge mit Spaten und Kettensäge kniffligen Aufgaben gestellt. Eigentlich geht es dabei ums Lernen - aber ein wenig auch ums Gewinnen.

Schon von Weitem sind die Motorengeräusche zu hören, es riecht nach Holz und Benzin. Viele junge Menschen stehen mit roten Wangen und in orangerot-dunkelgrüner Schutzkleidung in Grüppchen zusammen und beobachten, wie ihre Mitstreiter Kerben in einen dicken Baumstamm schneiden. „Fallkerbanlage und Fällschnitt am Stock“ nennt der Fachmann das. Der gefällte Baum knickt über die Kerbe in die gewünschte Richtung und fällt so, dass niemand verletzt werden kann. So die Theorie.

Weil für die 51 Lehrlinge aber nicht einfach 51 ausgewachsene Bäume bereitgestellt werden konnten und sich das an einem Stumpf genauso gut üben lässt, zeigen die Lehrlinge ihr Können hier an den etwa einen Meter hohen Stammstücken.

Alle zwei Jahre findet der forstliche Wettbewerb statt. Die Teilnehmer sind Landwirtschaftslehrlinge aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg, die in der Ausbildung im zweiten oder dritten Lehrjahr sind und sich bereits mit Forstwirtschaft auseinandergesetzt haben. Teilweise kommen sie aus einer Familie mit Forstwirtschaft, jetzt wollen sie in den Betrieb einsteigen. Viele bedienen die Kettensäge routinemäßig.

Eine von ihnen ist Maria Drexl, eine der wenigen Damen beim Wettbewerb. Gerade hat sie den theoretischen Test mit Fragen zur Sicherheit beim Forsten, Baumarten und Schädlingen hinter sich gebracht, jetzt geht es ans Sägen. Das kennt sie schon von heimatlichen Hattenhofen (Landkreis Fürstenfeldbruck), wo die 18-Jährige den elterlichen Betrieb übernehmen will. Den Fällschnitt mit der Kerbe hat sie daheim noch einmal geübt, jetzt hofft sie auf eine gute Platzierung. Denn zu Hause ist der Baum immer so gefallen, wie sie das wollte.

Ein bisschen geübt hat auch schon Fabian Mader. Der 23-Jährige war schon ein paar Tage vor dem Wettbewerb mit den anderen Dachauer Teilnehmern am Jexhof, da wurden schon ein paar Proben gemacht. Dementsprechend zufrieden ist der Erdweger auch mit seinem Fällschnitt mit der Kerbe: Die Fallrichtung habe zwar nicht ganz gestimmt, aber ansonsten habe alles gepasst. Wie sein Mitstreiter Andreas Brunner aus Rumeltshausen erklärt, sei aber eine andre Übung schwieriger. Dabei deutet der 18-Jährige auf einen liegenden Stamm, unter dem eine Holzplatte liegt. In die dürfen die Lehrlinge nicht hineinsägen, wenn sie ein Stück Stamm abschneiden. Denn das simuliert, dass sie im echten Leben mit der Säge nicht ins Erdreich hineingeraten sollen. Ehrgeizig ist Brunner schon ein bisschen, gerne würde er hier gewinnen. Aber hauptsächlich geht es dem Rumeltshauser dann doch um den Spaß, den er den ganzen Tag beim Wettbewerb mit seinen Bekannten hat.

Auch Philipp Schwarz (17) hat schon für den Wettbewerb geprobt. Bei ihm daheim gibt es ebenfalls ein bisschen Wald, der Mammendorfer kann das Wissen für den Wettbewerb also auch für seine Zukunft brauchen. Für ihn geht es jetzt ans Sägen, entschlossen setzt er sich den Schutzhelm auf, nimmt die laufende Motorsäge vom Boden und macht einen Kombinationsschnitt. Erst schneidet er von unten halb durch einen liegenden Stamm, dann setzt er oben an und zieht die Kerbe durch, die Holzscheibe fällt zu Boden. 23 Sekunden und ein fast glatter Schnitt, das gibt ein großes Lob von den Prüfern. Das freut Schwarz, der hier gerne gewinnen würde.

Am Ende reicht es leider für keinen der vier für den Sieg, die Preise wie Schnittschutzhosen und Spezialbenzin holen sich Dustin Bauer aus Greifenberg-Beuern, der seine Ausbildung im Betrieb Stein GbR (Röhrmoos, Landkreis Dachau) absolviert, auf Platz 1; auf Platz zwei landet Benedikt Fröhlich-Erhard aus Ronsberg, Landkreis Ostallgäu, der zur Zeit beim Ausbildungsbetrieb Andreas Hager in Vilgertshofen-Issing (Landkreis Landsberg) beschäftig ist. Den dritten Platz teilen sich Thorben Mahlendorf aus Lenzkirch (Baden-Württemberg) vom Ausbildungsbetrieb Regens-Wagner in Holzhausen (Landkreis Landsberg) und Florian Mokosch aus Moorenweis, der bei Josef Unglert in Puchheim in die Lehre geht.

Maria-Mercedes Hering

Auch interessant

Kommentare