Josef Mederer wird vorgehalten, er schulde der CSU Schwabhausen Geld.

Schaidinger-Fall schlägt Wellen

Schwabhausen - Dem Schwabhauser Bürgermeister Josef Mederer wird vorgehalten, er habe Schulden beim CSU-Ortsverband

Die Veröffentlichung im Münchner Merkur (Bayern & Region), der Regensburger OB Hans Schaidinger stehe bei seiner eigenen Partei, der CSU, in der Kreide, hat Parteimitglied Jürgen Klein aus Schwabhausen zum Anlass genommen, auf eine Parallele aus seiner Sicht hinzuweisen: Auch Josef Mederer, Schwabhauser Bürgermeister und Bezirkstagspräsident, habe noch „mehrere tausend Euro Außenstände“ beim CSU-Ortsverband.

Mederer führe seit einigen Jahren die so genannten Mandatsträgerbeiträge nicht ab, die dem Ortsverband zustehen, argumentiert Klein, der als Beirat im erweiterten CSU-Ortsvorstand in Schwabhausen sitzt. Das habe er schriftlich unter anderem auch schon dem Parteivorsitzenden Horst Seehofer kundgetan.

Josef Mederer räumt derweil ein, dass er zuletzt keine Mandatsträgerbeiträge an den CSU-Ortsverband Schwabhausen gezahlt habe: „Die Zahlung an den Ortsverband habe ich seit ungefähr drei Jahren ausgesetzt.“ Dabei fühle er sich aber mehr als im Recht, betont Mederer.

Denn zum einen habe er nicht nur alle anderen Beiträge an die CSU ordnungsgemäß überwiesen, sondern sogar „mehr, als ich zahlen müsste“. Zum anderen sehe er nicht mehr ein, dem Ortsverband Beiträge zu bezahlen, „der dann sozusagen mit meinem Geld gegen mich vorgeht“. Das Bürgerbegehren „Eigene Kläranlage“ (2006/ 2007), das massiv von der örtlichen CSU unterstützt worden war, führt Mederer dabei als nur ein Beispiel für eine regelrechte Kampagne gegen ihn an.

Dass er zusätzlich zu den regulären Mitgliedsbeiträgen (Mederer: „Die werden natürlich ganz normal abgebucht“) keine weiteren Zahlungen an die örtliche CSU leisten wolle, empfinde er auch deshalb als gerechtfertigt, weil er selbst keinerlei Leistungen des Ortsverbands in Anspruch nehme: „Ich habe alles selbst finanziert, auch meinen Wahlkampf stets aus eigener Tasche gezahlt.“

Weil er sich der CSU aber moralisch durchaus verpflichtet fühle, „zahle ich an den Kreisverband deutlich mehr, als ich müsste. Damit kompensiere ich den Fehlbetrag beim Ortsverband nicht nur, sondern zahle einen wesentlich größeren Betrag,“ sagt Josef Mederer.

Jürgen Klein, vor zwei Jahren Sprecher des Bürgerbegehrens „Eigene Kläranlage“, ist danach in die CSU eingetreten und hat 2008 – vergeblich – auf der Gemeinderatsliste der Union kandidiert. (tor)

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