+
Schloss Deutenhofen

Zehn im Schloss Deutenhofen untergebracht

Wo sollen die Flüchtlinge wohnen?

Dachau – Zehn Asylbewerber finden am kommenden Montag im Schloss Deutenhofen eine neue Bleibe. Doch das ist erst der Anfang: 100 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Ägypten und dem Irak müssen bis zum Jahresende im Landkreis unterkommen. Das Landratsamt sucht verzweifelt nach Lösungen.

Im Laufe dieses Jahres muss der Landkreis Dachau 100 Asylbewerber aufnehmen. Es sind Menschen aus Syrien, Afghanistan, Ägypten und aus dem Irak. Sie werden dem Landkreis von der Regierung von Oberbayern zugewiesen. Die ersten zehn Flüchtlinge kommen am Montag, 27. Mai. Sie werden im ehemaligen Pflegeheim Deutenhofen in der Gemeinde Hebertshausen untergebracht – „aus Mangel an Alternativen“. Das teilte am Dienstag Gerhard Weber, Pressesprecher des Landratsamtes Dachau, mit. Der Hebertshauser Bürgermeister Michael Kreitmeir informierte in der Sitzung gestern Abend den Gemeinderat.

Die staatliche Gemeinschaftsunterkunft in der Kufsteiner Straße in Dachau ist derzeit mit 148 Personen belegt. Bis Ende Juli noch läuft der Mietvertrag der Stadt mit der Regierung von Oberbayern. Weil die Quote für den Landkreis Dachau, die im vergangenen Jahr noch 142 Flüchtlinge betrug, nun bis zum Jahresende auf insgesamt 250 steigt, suchen Landkreis und Gemeinden intensiv nach neuen Unterkünften. Seit Jahren ist der Landkreis händeringend auf der Suche nach geeigneten Objekten für die Unterbringung von Asylbewerbern. „Doch der Wohnungsmarkt gibt nichts her“, so Weber. Das Kloster Altomünster sei auch keine Alternative, wie sich mittlerweile herausgestellt habe.

Der Kreisausschuss hatte schon im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, Flüchtlinge im Schloss Deutenhofen in der Gemeinde Hebertshausen unterzubringen. Damals hieß es noch, dass Umbaumaßnahmen nötig wären. Das Gebäude diente früher als Altenheim, das der Dachauer Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes betrieb. Der Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück wurde inzwischen aufgelöst. 30 bis 40 Asylbewerber können laut Weber auf drei Etagen in neun Zimmern untergebracht werden.

Für Umbaumaßnahmen ist jetzt aber keine Zeit mehr: „Es wird ohne wesentlichen Umbau gehen müssen“, sagt Weber. Sanitäre Anlagen seien vorhanden, „was wir brauchen, ist Mobiliar – Bett, Tisch, Stuhl“. Sehr kurzfristig sei das Landratsamt von der Regierung über die Zuteilung der zehn Asylbewerber informiert worden: „Ich weiß seit vergangenen Freitag, dass die Menschen am 27. Mai kommen.“

Das Schloss dürfte aber in zwei bis drei Monaten belegt sein: Im Vier-Wochen-Turnus könnte der Landkreis Dachau zehn bis 15 Flüchtlinge zugeteilt bekommen, spekuliert Weber. Er erinnert sich an die 90er Jahre, als die Turnhalle der Dachauer Realschule zur Asylbewerberunterkunft umfunktioniert wurde: Nicht nur vorübergehend, sondern mehrere Monate lang lebten hier die Flüchtlinge.

Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, verdeutlicht Gerhard Weber in aller Dringlichkeit: „Wir sind auf der Suche nach Grundstücksflächen, auf denen man Wohnmodule errichten kann. Im ganzen Landkreis.“ Und er fügt hinzu: „Wir nehmen jede Fläche, die Wasser-, Strom- und Kanalanschluss hat.“

Nikola Obermeier

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zweckverband Jugendarbeit bietet Zeltlager mit Hygienekonzept in Ainhofen an
Gute Nachrichten für die Jugendlichen der Region: Die Jugendarbeit im Landkreis bietet ein Zeltlager in Ainhofen an - und geht damit ein Risiko ein, das nicht viele …
Zweckverband Jugendarbeit bietet Zeltlager mit Hygienekonzept in Ainhofen an

Kommentare